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Die französischen Streitkräfte beschaffen im Rahmen ihres Modernisierungsprogramms SCORPION den Mörserträger MEPAC. MEPAC steht für Mortier Embarqué pour l‘ Appui au Contact, also „Fahrzeuggestützter Mörser für Feuerunterstützung an der Front“. Ein Entsprechender Auftrag erging Ende Dezember 2019 durch die französische Beschaffungsbehörde DGA an das Firmenkonsortium aus Nexter, Arquus und Thales.

Konzeptstudie des VBMR Griffon MEPAC (Grafik: Nexter)

Als Trägerfahrzeug dient das im Rahmen des SCORPION-Programms bereits gerüstete Véhicule Blindé Multi-Role (VBMR, gepanzertes Mehrzweckfahrzeug) „Griffon“, welches mit der 120mm-Mörserwaffe 2R2M (Rifled Recoiled Mounted Mortar) von Thales ausgestattet werden wird. Insgesamt sollen 54 MEPAC beschafft werden, wodurch die Zahl der Griffon-Fahrzeuge auf 1.872 steigen wird. Das erste Fahrzeug soll 2023 zulaufen. Die Lieferungen sollen 2027 abgeschlossen werden.

Die Thales-Mörserwaffe 2R2M ist speziell für den fahrzeuggestützten Einsatz entwickelt worden und wiegt rund 1.500 Kg. Die Waffe verfügt über ein gezogenes Rohr und ein halbautomatisches Ladesystem. Die Reichweite mit normaler Munition liegt nach Firmenangaben bei 8.100 Metern, mit reichweitengesteigerter Munition (Raketenmotor) kann sie auf etwa 13 Kilometer wirken. Eine typische Fahrzeugbesatzung besteht aus vier Soldaten: Kommandant, Fahrer sowie Richt- und Ladeschütze. Wirkungsfeuer kann in weniger als einer Minute erfolgen, anschließend kann das Fahrzeug die Feuerstellung sofort verlassen. Die Schussfolge liegt bei zehn Schuss pro Minute.

Die Thales-Mörserwaffe 2R2M befindet sich bisher bei vier Nutzerstaaten im Einsatz, die französischen Streitkräfte führen sie erstmals ein. Dabei handelt es sich nach Angaben des Firmenkonsortiums um eine nochmals modifizierte Version mit Verbesserungen an der Systemarchitektur sowie an der Optronik. Auch der Griffon wird modifizert, um Waffenanlage, Bediener und Munitionsvorrat aufnehmen zu können. Ebenso erhält er vergrößerte Dachluken.

Jan-Phillipp Weisswange