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Am 20. September 1996, also genau vor 24 Jahren, wurde in der Graf-Zeppelin-Kaserne in Calw offiziell das Kommando Spezialkräfte (KSK) in den Dienst gestellt. Konkreter Anlass für die Aufstellung des KSK war die Tatsache, dass 1994 während des Völkermordes in Ruanda deutsche Staatsbürger von belgischen Para-Commandos evakuiert werden mussten. Die Ereignisse führten Ende 1994 zu einer Neuausrichtung der deutschen Sicherheitspolitik. Bereits im Sommer 1994 wurden durch den Führungsstab des Heeres die konzeptionellen Grundlagen für deutsche Spezialkräfte erarbeitet und ein Jahr später, am 28. September 1995, als „Ziel- und Planungsvorstellungen Spezialkräfte“ durch den Inspekteur des Heeres Generalleutnant Hartmut Bagger erlassen.

Der damalige Verteidigungsminister Volker Rühe dazu: „Die Fähigkeit, im Notfall eigene Staatsbürger im Ausland aus Gefahr für Leib und Leben retten zu können, gehört zur grundlegenden Verantwortung eines jeden Staates. Rühe stellte aus seinem Etat 41 Millionen Deutsche Mark bereit und veranlasste den Aufbau eines entsprechenden Spezialverbandes, des Kommandos Spezialkräfte. Generalmajor Volker Löw, Kommandeur des Kommandos Luftbewegliche Kräfte (KLK) und 4. Division, stellte das KSK am 20. September 1996 in der Graf-Zeppelin-Kaserne in Calw offiziell in Dienst.

Der Ausbildungsbetrieb begann unverzüglich. Die Soldaten rekrutierten sich in erster Linie aus den ehemaligen „Kommando oder Bravo-Kompanien“ der einzelnen Luftlandebrigaden, die für Geiselbefreiungen und Kommandooperationen bereits ausgebildet waren und im Zuge dieser Umstrukturierung im KSK aufgingen. Hinzu kamen Soldaten aufgelöster Fernspähkompanien.

André Forkert