Print Friendly, PDF & Email

Das US-Verteidigungsministerium bestätigte einen Einsatz von US-Spezialkräften am heutigen Samstagmorgen, bei dem ein amerikanischer Staatsbürger, der erst vor wenigen Tagen im nordwestafrikanischen Land Niger entführt worden war, erfolgreich im benachbarten Nigeria befreit werden konnte. Presseberichten zufolge wurde der Einsatz durch Mitglieder des SEAL-Team SIX der U.S. Navy durchgeführt.

„Die US-Streitkräfte führten in den frühen Morgenstunden des 31. Oktober in Nordnigeria eine Geiselbefreiungsaktion durch, um einen amerikanischen Staatsbürger zu retten, der von einer Gruppe bewaffneter Männer als Geisel gehalten wurde. Dieser amerikanische Staatsbürger ist in Sicherheit und befindet sich jetzt in der Obhut des US-Außenministeriums“, sagte Jonathan Hoffman, der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, in einer Erklärung. „Bei der Operation wurde kein US-Militärpersonal verwundet. Wir wissen die Unterstützung unserer internationalen Partner bei der Durchführung dieser Operation zu schätzen“.

Der 27-jährige US-Bürger Philip Walton wurde am 27. Oktober im nigrischen Dorf Massalata, weniger als acht Kilometer von der nigerianischen Grenze entfernt, als Geisel genommen. Die bewaffnete Gruppe, die Walton entführt hat, ist nach wie vor nicht identifiziert, soll aber nicht mit bekannten terroristischen Gruppen in der Region in Verbindung gebracht worden sein. Dies deutet auf einen kriminellen Hintergrund hin. Es ist jedoch nicht unüblich, dass Geiseln an terroristische Gruppen weiterverkauft werden.

Der Einsatz

Auch wenn das Pentagon keine Details der Befreiungsaktion bekanntgegeben hat, sickerten Einzelheiten durch. Demzufolge führte das SEAL-Team SIX die Rettungsmission durch. Alle bis auf einen der sieben Entführer wurden bei der Befreiungsaktion getötet.

Einzelheiten über die genaue Zusammensetzung der Eingreiftruppe, die über die Einbeziehung von SEAL-Team SIX hinausgehen, sind nur begrenzt bekannt. Die Operation erforderte eine extrem weiträumige Verlegung der Spezialkräfte mittels mehrerer Flüge mit C-17A Globemaster III-Transportflugzeugen und den Einsatz eines Quartetts aus CV-22 Osprey Kipprotorflugzeugen und MC-130 Spezialtransportern. Dem Vernehmen nach wurde die Operation auch durch AC-130 Gunships und einem Kontingent von Tankflugzeugen unterstützt.

Der Einsatz zeigt deutlich, wie wichtig einsatzbereite und schlagkräftige Spezialkräfte sind. Die Einsätze müssen innerhalb kürzester Zeit geplant und ausgeführt werden. Einen der Erfolgsfaktoren für solch einen Einsatz bildet der hohe Ausbildungsstand aller beteiligten Kräfte. Das Zusammenspiel zwischen Zugriffskräften und Unterstützern auf allen Ebenen muss reibungslos funktionieren.

Nachtrag

Jüngsten US-Presseberichten zufolge sind ca. 30 Spezialkräfte mittels Fallschirm ins Einsatzgebiet infiltriert. Nach Anlandung erfolgte eine ca. 5 km weite Annäherung an zu Fuß. Dem Vernehmen nach konnten die Geiselnehmer in einem kurzen Feuergefecht überwältigt und die Geisel befreit werden.

Waldemar Geiger