Print Friendly, PDF & Email

Großbritannien und Frankreich haben am gestrigen Montag genau zehn Jahre nach der Unterzeichnung des Lancaster-House-Vertrages zwischen beiden Nationen die Einsatzbereitschaft ihrer neuen gemeinsamen Eingreiftruppe von rund 10.000 Soldaten gemeldet.

„Wir freuen uns, heute bekannt geben zu können, dass die Combined Joint Expeditionary Force (CJEF), zu deren Aufbau wir uns damals verpflichtet hatten, nun ihre volle Einsatzfähigkeit erreicht hat“, schreiben die Verteidigungsminister beider Länder in einem gemeinsamen Statement. Damit sei ein erweitertes 10-jähriger Entwicklungs- und Ausbildungsprogramm erfolgreich abgeschlossen worden.

Die Streitkräfte beider Staaten sind nach Aussage der Minister damit enger verbunden und interoperabler als je zuvor. „Dadurch verfügen wir über ein flexibles Instrument, mit dem wir bis zu 10.000 oder mehr Soldaten, Matrosen und Luftwaffenangehörige gemeinsam in Missionen einsetzen können, die das gesamte Spektrum von Operationen abdecken, von der Hilfeleistung nach Naturkatastrophen bis hin zu den komplexesten Kampfhandlungen mit hoher Intensität.“

Vor einer Dekade, am 2. November 2010, unterzeichneten Großbritannien und Frankreich im Lancaster House Verträge über Verteidigung und Sicherheit sowie über nukleare Zusammenarbeit. Eines der Hauptziele der Verträge war die Schaffung der CJEF. Wie das britische Verteidigungsministerium mitteilte, kommen im Rahmen der CJEF-Ausbildung diese Woche britische und französische Fallschirmjäger zur Übung Wessex-Sturm auf dem Truppenübungsplatz von Salisbury zusammen. Dabei werden den Angaben zufolge Soldaten des französischen 2e Regiment Etranger de Parachutistes (2e REP) der britischen 2 PARA Battlegroup angegliedert. Beide Einheiten trainieren regelmäßig gemeinsam, um ihre Partnerschaft aufrechtzuerhalten und gemeinsam einsatzfähig zu sein.

Als Teil der Lancaster-House-Verträge wurden neben der Gründung des CJEF eine Reihe weiterer 10-Jahres-Ziele festgelegt. Dazu gehörten der Bau einer gemeinsamen Nuklearanlage, die Verstärkung der Zusammenarbeit bei Flugzeugträger-Operationen und die Entwicklung komplexer Waffensysteme. Nach Aussage von Großbritanniens Verteidigungsminister Ben Wallace wurden alle Meilensteine erreicht, die vor zehn Jahren in den Verträgen festgelegt wurden.

Wie aus der gemeinsamen Ministererklärung weiter hervorgeht, soll überdies ein Programm zur Konsolidierung und Anpassung des bisher Erreichten an veränderte Rahmenbedingungen umgesetzt werden. „Wir werden den CJEF-Rahmen auch dazu nutzen, die Interoperabilität der künftigen Ausrüstung, Logistik, Technik, medizinischen und Energiesysteme unserer Streitkräfte weiter zu verbessern“, heißt es in dem Papier.

Lars Hoffmann