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Das brasilianische Justizministerium (SENASP) hat Beretta Defense Technologies den Zuschlag für die Herstellung und Lieferung von bis zu 159.000 APX-Selbstladepistolen erteilt. Dies teilte der italienische Traditionshersteller in einer Pressemitteilung mit. Die Zuschlagserteilung erfolgte auf Grundlage einer vorhergegangenen Ausschreibung. Dabei konnte sich die Waffe gegen Angebote aus einem nicht näher bezeichneten internationalen Teilnehmerfeld durchsetzen.

Die auf der elektronischen Bieterplattform des Justizministeriums veröffentlichten Dokumente legen nahe, dass auch Springfield und Taurus am Verfahren teilgenommen haben. Die finalen Tests wurden im Oktober und November durch das Prüfinstitut der Akademie der brasilianischen Militärpolizei in Sao Paulo durchgeführt.

Ursprünglich für das Programm XM17 Modular Handgun System der US-Streitkräfte entwickelt, waren bis dato keine größeren Exporterfolge dieser Pistole bekannt. Umso bedeutender ist nun dieser Erfolg in Südamerika, so umfasst der SENASP-Tender auch die Ausstattung für die Polizeikräfte zahlreicher brasilianischer Bundesstaaten und hat ein Gesamtvolumen von bis zu 159.000 Pistolen.

Die Beretta APX ist eine Schlagbolzenschloss-Pistole mit Polymer-Griffstück und beidseitigen Bedienelementen. Neben austauschbaren Griffrücken verfügt die Waffe über eine MIL-STD-1913-Schiene an der Unterseite des Rahmens und ist abgesehen von schwarz auch in Farben wie sand, olive oder grau erhältlich. Der brasilianische Tender schrieb eine Pistole im Kaliber 9 mm x 19 vor. Daneben ist die APX auch im Kaliber 9 mm × 21 IMI und .40 S&W verfügbar.

Die Verbindungen von Beretta nach Brasilien sind indes nicht neu. So errichtete das Unternehmen bereits ab 1974 ein Werk in Sao Paulo, um dort bis 1980 das Model 92 für die brasilianischen Streitkräfte zu fertigen. Dieses Werk wurde im Anschluss von Taurus übernommen und wird bis heute betrieben.

Kristóf Nagy