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Die ungarische Regierung hat am Dienstag beschlossen, die Vorbereitungen eines Kampfeinsatzes in der Sahelzone im Rahmen der Task Force Takuba zu beginnen. Laut Mitteilung der Regierung wird damit der französischen Anfrage und unter anderem der Einladung von Mali entsprochen. Der volle Umfang der zukünftigen ungarischen Beteiligung ist indes unklar.

Als weitere Motivation für ihr Engagement gibt die Regierung in Budapest den wachsenden Migrationsdruck an. Während die an der Task Force teilnehmenden Einsatzkräfte noch nicht näher definiert sind, ist der Rahmen des Erkundungskommandos klarer umrissen. Deren Stärke ist mit maximal 20 Soldaten klar limitiert. Das Vorkommando soll in Zusammenarbeit mit den französischen Streitkräften eine ungarische Teilnahme an der innerhalb der Operation Barkhane aufgestellten Task Force Takuba vorbereiten. Mit Blick auf den Charakter der Task Force ist zu vermuten, dass die zukünftigen Kräfte aus dem Verbund der 2. Spezialkräftebrigade der ungarischen Streitkräfte, vermutlich sogar dem 34. Spezialkräfte-Bataillon entstammen werden.

Operation Barkhane – Task Force Takuba

Die Operation Barkhane, die von Frankreich in Partnerschaft mit den G5-Sahelländern geführt wird, wurde am 1. August 2014 gestartet. Sie basiert auf dem strategischen Ansatz der Partnerschaft mit den wichtigsten Ländern des Sahel-Sahara-Streifens: Burkina-Faso, Mali, Mauretanien, Niger und Tschad. In der Endstufe soll sie rund 5.100 Soldaten vereinigen, deren Aufgabe es ist, bewaffnete terroristische Gruppen zu bekämpfen und die Streitkräfte der Partnerländer zu unterstützen, damit sie dieser Bedrohung in Zukunft eigenständig Rechnung tragen können. In der Region sind mit MINUSMA, EUTM Mali, EUCAP Sahel Mali und EUCAP Sahel Niger weitere Missionen der Vereinten Nationen und der Europäischen Union aktiv.

Am 27. März 2020 verabschiedeten die Regierungen von Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Frankreich, Mali, Niger, der Niederlande, Norwegen, Portugal, Schweden, Tschechien und des Vereinigten Königreichs eine politische Erklärung, in der sie sich für die Schaffung einer Task Force innerhalb der von Frankreich geführten Operation Barkhane aussprachen. Neben den erwähnten Ländern haben auch Belgien, Dänemark, die Niederlande sowie Portugal Truppen zugesagt. Deutschland unterstützt nur politisch, eine aktive Beteiligung deutscher Streitkräfte an Takuba ist derzeit nicht geplant. Am 15. Juli hatte die Task Force Takuba in Mali ihre Anfangsbefähigung (Initial Operating Capability/IOC) erreicht. Takuba wird von Frankreich geführt und soll zu einer multinationalen Truppe von Spezialkräften werden. Nach Informationen aus Paris dient die Task Force Takuba als ein „neues Beispiel für eine starke Zusammenarbeit zwischen europäischen Ländern“.

Kürzlich wurde bekannt, dass die schwedischen Streitkräfte die Anfrage für eine Führungsrolle innerhalb der Task Force vom November 2021 bis Ende Februar 2022 akzeptiert haben. Die multinationalen Kräfte werden somit in dem genannten Zeitraum von einem schwedischen Offizier geführt.

Kristóf Nagy