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Der Bundespräsident hat am 17. September 2021 Brigadegeneral Jens Arlt das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse verliehen. Der Kommandeur der Luftlandebrigade 1 erhielt die hohe Auszeichnung stellvertretend für alle seiner über 500 Kameraden, die im Rahmen der Evakuierungsoperation rund 5.400 deutsche, afghanische und andere Staatsangehörige vom Flughafgen Kabul aus zunächst nach Taschkent und dann weiter nach Deutschland brachten.

Arlt hatte die vom 16. bis zum 26. August 2021 dauernde Operation geführt. Der Evakuierungsverband hatte hierfür die bisher größte Luftbrücke der Bundeswehr eingeführt.

Bereits beim Rückkehrerappell in Wunstorf – damals noch im Feldanzug und mit G36 vor dem Körper, was in der postheroischen Presselandschaft für Aufsehen sorgte – hatte Arlt in einem kurzen Statement die Herausforderungen des Evakuierungseinsatzes herausgestellt: „Ein hochdynamischer Einsatz, mit nichts zu vergleichen, was ich bisher erlebt habe, wo jeder an seine Belastungsgrenze geht und sich einbringt, um das Ganze möglich zu machen.“

Welche Erleichterung und Dankbarkeit der Einsatz der Bundeswehr hervorrief, kam auch in dem unvergessenen Bild zum Eindruck, auf dem sich der Kommandeur und die Bundesministerin der Verteidigung, Annegret Kramp-Karrenbauer, in den Armen lagen. Die Ministerin nahm ebenfalls an der Ordensverleihung teil.

Auch der Bundespräsident würdigte den persönlichen Einsatz Arlts auf besondere Weise. So schlug er den General nicht nur initiativ für die höchste Auszeichnung der Bundesrepublik vor, sondern händigte ihm diese auch persönlich aus. Das ist seit Jahren das erste Mal, dass das deutsche Staatsoberhaupt einen Soldaten auf diese Weise ehrt. In seiner Laudatio lobte er die deutschen Streitkräfte: „Ihr Land verneigt sich vor Ihnen.“ Die Bundeswehr habe in diesem Einsatz unter schwierigsten Bedingungen „gezeigt, dass sie kann, was von ihr verlangt wird.“

Auch Brigadegeneral Jens Arlt hob hervor, dass er die Auszeichnung stellvertretend für die Teamleistung aller mit Dank und Stolz entgegennehme: „Es war für mich eine Ehre, diesen Verband zu führen.“ Einen von Herzen kommenden Dank sandte er auch an die Partner und Familien der Evakuierungstruppe. Diese hätten „Ruhe und Zuversicht von zu Hause ausgestrahlt“ und den nötigen Rückhalt gegeben.

Jan-Phillipp Weisswange