Im vergangenen Jahr war Norwegen gemeinsam mit Großbritannien dem multinationalen CAVS-Programm für einen 6×6-Transportpanzer beigetreten. Jetzt hat das Land das zugehörige Rahmenabkommen zur Serienbeschaffung des Fahrzeugs unterzeichnet. Planungen zur Stückzahl sind noch nicht bekannt. Insgesamt haben die fünf vorherigen Programmmitglieder 1.331 Stück bestellt, davon Schweden 435, Deutschland 349 (plus eine Option für 527 weitere), Lettland 256, Finnland 161 und Dänemark 130. Hinzu kommen bislang 48 für die Ukraine.
Deutschland könnte nach verschiedenen Berichten sogar bis zu 4.000 Fahrzeuge beschaffen, um den Transportpanzer Fuchs zu ersetzen. Die bisherige Bestellung umfasst zehn Mannschaftstransportwagen, 48 Aufklärungsgruppentransporter (plus 14 Optionen), 170 Pioniergruppentransporter (plus 54 Optionen), 69 Mörserträger mit dem NEMO-Turm (plus 61 Optionen) und 52 Feuerleitfahrzeuge (plus 398 Optionen). Künftig soll das Fahrzeug auch im Heimatschutz der Bundeswehr zum Einsatz kommen.
Bereits über 300 CAVS ausgeliefert
Mehrere deutsche Varianten sollen die Waffenstation Protector RS4 von Kongsberg erhalten. Die inländische Produktion und Instandsetzung sind am Standort Freisen von KNDS Deutschland Maintenance vorgesehen. CAVS wurde unter der Firmenbezeichnung Patria XA-300 seit 2019 gemeinsam von Finnland und Lettland, seit 2021 auch Schweden und seit 2023 Deutschland entwickelt. Das ursprüngliche Projektmitglied Estland stieg zwischenzeitlich wieder aus. Laut Patria sind bereits über 300 Fahrzeuge ausgeliefert.
CAVS basiert auf dem erfolgreichen AMV des finnischen Herstellers und ist ein dreiachsiges schwimmfähiges Panzerfahrzeug mit einem Leergewicht von 15,5 und einem zulässigen Gesamtgewicht von 24 Tonnen. Der Grundschutz entspricht STANAG 4569 Stufe 2 und kann bis Stufe 4 (gegen panzerbrechende Munition Kaliber 14,5 mm) verstärkt werden. Das Fahrzeug nimmt eine Besatzung von zwei bis drei Mann und acht bis zehn Passagiere auf. Angetrieben wird es von einem Scania AB Diesel mit 294 kW (394 PS) Leistung. Die Geschwindigkeit beträgt über 100 km/h auf der Straße und acht km/h im Wasser, die maximale Reichweite mehr als 700 Kilometer.
Redaktion/sab








