StartStreitkräfteLettland setzt mobile Drohnenabwehrtrupps an der Grenze ein

Lettland setzt mobile Drohnenabwehrtrupps an der Grenze ein

Im Gefolge einer zunehmenden Zahl von Luftraumverletzungen durch Drohnen setzt Lettland mobile Drohnenabwehrtrupps nach ukrainischem Vorbild an seiner Grenze zu Russland ein. Die Teams von bis zu vier Soldaten sind mit Allradfahrzeugen und Abfangdrohnen der beiden einheimischen Hersteller Origin Robotics und Eraser ausgestattet, wie das lettische Kompetenzzentrum für Autonome Systeme am Freitag der vergangenen Woche mitteilte. Die Trupps sollten demnach innerhalb weniger Tage einsatzbereit sein.

Ihre Anzahl wurde nicht mitgeteilt. Für die Abdeckung der gesamten 400 Kilometer Grenze sei jedoch ein erheblicher Umfang erforderlich, was angesichts der Belastung für die lettischen Streitkräfte keine Dauerlösung sei, so das Kompetenzzentrum. Langfristig strebe man daher eine automatisierte Lösung mit entlang der Grenze dislozierten Startern an. Lettland hat bereits ein Netzwerk von akustischen Sensoren installiert, das in Verbindung mit optischen und Radarsensoren Drohnen erfassen soll.

Auch ein Drohnentyp von Origin Robotics soll eingesetzt werden.
Auch ein Drohnentyp von Origin Robotics soll eingesetzt werden. (Foto: Estnisches Verteidigungsministerium/Armīns Janiks)

Lettland beherbergt auch NATO-Drohnenabwehrschießbahn

Im vergangenen Monat stürzte die lettische Regierung über eine Kontroverse nach einer erneuten Serie von Luftraumverletzungen durch ukrainische Kampfdrohnen auf dem Weg zu Zielen im Norden Russlands. Diese wurden dem Kompetenzzentrum zufolge durch russische Maßnahmen elektronischer Kampfführung (EloKa) nach Lettland abgelenkt. Eine Drohne durchflog dabei lediglich den Luftraum des Landes, während eine weitere abstürzte und eine dritte ein leeres Treibstoffdepot traf. Insgesamt gab es in den drei baltischen Staaten seit Anfang 2025 mindestens 24 Vorfälle mit Drohnen.

Lettland beherbergt auch eine NATO-Drohnenabwehrschießbahn auf dem Truppenübungsplatz Sēlija. Aufgrund der drängenden Situation wurde diese von diversen Auflagen etwa für EloKa-Maßnahmen und Drohnenflüge in großer Höhe befreit. Das Kompetenzzentrum für Autonome Systeme ist zudem zu schnellen Beschaffungen berechtigt. Neben Abfangdrohnen und EloKa sowie kostengünstigen Flugkörpersystemen wird hier derzeit auch ein automatisierter Turm für ein Maschinengewehr Kaliber 12,7 mm getestet, der bereits in wenigen Wochen demonstriert werden soll.

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Redaktion/sab