StartTaktik & AusbildungHesse-Thuringia Exercise (HETHEX) 2026 erfolgreich beendet

Hesse-Thuringia Exercise (HETHEX) 2026 erfolgreich beendet

Die länderübergreifende Übung Hesse-Thuringia Exercise (HETHEX) 2026 ist am 26. April erfolgreich zu Ende gegangen. Unter der Leitung der Landeskommandos Thüringen und Hessen trainierten über fünf Tage hinweg deutsche und US-amerikanische Soldatinnen und Soldaten gemeinsam mit Kräften von Polizei, Feuerwehr, kommunalen Behörden sowie weiteren zivilen Akteuren zentrale Abläufe der zivil-militärischen Zusammenarbeit.

„Die Übung hat erneut gezeigt, wie wichtig die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unseren zivilen Partnern ist“, resümierte der Kommandeur des Landeskommandos Hessen, Brigadegeneral Holger Radmann. „Insbesondere mit den Blaulichtorganisationen wie der Polizei konnten wir Abläufe im Sinne des Operationsplans Deutschland effektiv trainieren und weiter verbessern. Diese Kooperation ist ein wesentlicher Baustein für eine funktionierende gesamtstaatliche Vorsorge und Einsatzfähigkeit im Falle des Falles.“

Medientag bei der Autobahnmeisterei Breitenworbis.
Medientag bei der Autobahnmeisterei Breitenworbis. (Foto: Operatives Führungskommando der Bundeswehr)

Kommunikation, Kooperation und Koordination im Fokus

Oberst Klaus Glaab, Kommandeur Landeskommando Thüringen, erklärte: „Bei der HETHEX 2026 haben wir dank hochmotivierter Thüringer Verbände und unserer zivilen Partner im Landkreis Eichsfeld erstmalig den bundesländer- und behördenbegreifenden Schulterschluss in einem Szenario der gesamtstaatlichen Verteidigung an entscheidenden Schnittstellen nicht nur simuliert, sondern auch praktisch erfahren. Ich bin überzeugt: die gewonnenen Erkenntnisse werden den nächsten gemeinsamen Schritten in der zivil-militärischen Zusammenarbeit in Thüringen eine Dynamik zur Stärkung der Landes- und Bündnisverteidigung verleihen.“

Im Fokus der Übung stand die Koordination militärischer Kolonnenbewegungen – nicht als Simulation, sondern im realen Umfeld des zivilen Straßenverkehrs. Bundeswehrkonvois Thüringer und Hessischer Verbände bewegten sich mit Kolonnen der U.S. Army über ausgewählte Streckenabschnitte der Autobahnen A4, A5, A7 und A38. Insbesondere im Zeitraum vom 24. bis 26. April kam es zu verstärktem Kolonnenverkehr, der erfolgreich in bestehende Verkehrsabläufe integriert werden konnte. Erstmals in dieser Form bundesweit durchgeführt, diente HETHEX 2026 der Überprüfung von Verfahren und Abläufen im Rahmen der sogenannten „Drehscheibe Deutschland“.

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Einrichtung und Betrieb eines Convoy Support Centers

Ziel war es, die ressort- und länderübergreifende Zusammenarbeit weiter zu stärken und die Einsatzfähigkeit im Fall großräumiger Truppenverlegungen zu verbessern. Der Schwerpunkt in Hessen lag auf der Einrichtung und den Betrieb eines provisorischen Convoy Support Centers (CSC) in Remsfeld, eine Art militärischer Rastplatz. Das Jägerbataillon 1 aus Schwarzenborn nutzte dies, um ihre GTK Boxer aufzutanken und sich zu verpflegen. Die Jäger befanden sich auf dem Weg zum Truppenübungsplatz Bergen und konnten so die Abläufe eines CSC, die bei Truppenbewegungen durch Deutschland erforderlich sind, realitätsnah trainieren.

Neben den Schwarzenborner Jägern beteiligten sich auch Soldatinnen und Soldaten des Panzergrenadierbataillons 391 aus Bad Salzungen und der U.S. Army Europe and Africa mit Marscheinheiten an HETHEX. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Einbindung ziviler Leistungserbringer: Die Versorgung der Übungsteilnehmenden wurde an festgelegten Punkten durch beauftragte zivile Dienstleister in beiden Bundesländern sichergestellt. Dieses Zusammenspiel funktionierte reibungslos und unterstreicht die Bedeutung funktionierender zivil-gewerblicher Unterstützung.

Betankung von Boxern des Jägerbataillons 1.
Betankung von Boxern des Jägerbataillons 1. (Foto: Operatives Führungskommando der Bundeswehr)

HETHEX 2026 zeigt leistungsfähige Zusammenarbeit

Die Übung zeigte deutlich, wie entscheidend abgestimmte Kommunikationswege und klare Koordinationsstrukturen für den Erfolg komplexer Einsatzlagen sind. Das taktische Zusammenwirken über Verwaltungsgrenzen hinweg wurde intensiv geübt und weiterentwickelt. Mit maßgeblicher Einbindung von Reservisten wurden bei der Führung von Kreisverbindungskommandos (KVK) insbesondere folgende Aspekte erfolgreich trainiert:

  • Führung und Einsatz eines KVK im Rahmen von Truppenverlegungen,
  • Zusammenarbeit mit dem Landeskommando Hessen, Marschteileinheiten sowie Feldjägerkräften und Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS),
  • Anwendung von Führungsprozessen unter einfachen Lagebedingungen,
  • Organisation eines durchgehenden Schichtbetriebes,
  • Koordination mit dem Landkreis Eichsfeld im Rahmen der Notfallplanung,
    Sicherstellung eines funktionierenden Meldewesens.

HETHEX 2026 hat laut Bundeswehr eindrucksvoll gezeigt, dass die Zusammenarbeit zwischen militärischen und zivilen Akteuren auch unter komplexen Bedingungen leistungsfähig und belastbar ist. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in die Weiterentwicklung bestehender Verfahren einfließen und leisten einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der gesamtstaatlichen Sicherheitsvorsorge. Die beteiligten Organisationen zogen eine durchweg positive Bilanz und bewerteten die Übung als wichtigen Meilenstein für die zukünftige Zusammenarbeit.

Redaktion/sab