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Die dänische Regierung hat die Vorlage einer Resolution angekündigt, welche bei Billigung durch das dänische Parlament die Beteiligung der dänischen Streitkräfte an der internationalen Spezialkräftemission Takuba erlauben würde. Dies teilte das dänische Verteidigungsministerium heute mit. Eine Teilnahme wird demnach ab Anfang 2022 in Aussicht gestellt.

Im Rahmen von Takuba trainieren die europäischen Einsatzkräfte Truppen aus den Ländern der G5-Sahelzone, rüsten sie aus und unterstützen sie in ihrem Kampf gegen islamische Dschihadisten.

Der Mitteilung zufolge plant Dänemark eine Entsendung von bis zu 105 Soldaten, welche sich aus Spezialkräften, Sanitätspersonal sowie Stabsoffizieren für die Missionsführung zusammensetzen.

„Die Bedrohung durch den Islamischen Staat und den Al-Qaida-Terrorismus ist weiterhin ernst. Sie wollen eine Oase in Westafrika für ihr extremistisches Regime von Gewalt und Tod schaffen“, so der dänische Außenminister Jeppe Kofod in der Mitteilung. „Die Streitkräfte tragen zur Lösung wichtiger und komplexer Aufgaben bei, wie dies in der Sahelzone der Fall ist. Die dänischen Spezialkräfte müssen die malischen Verteidigungs- und Sicherheitskräfte beraten, unterstützen und begleiten und ihnen ermöglichen, die durch die Terroristengruppen im Grenzgebiet zwischen Mali, Niger und Burkina Faso bestehende Bedrohung zu bewältigen“, fügte Verteidigungsministerin Trine Bramsen hinzu.

Operation Barkhane – Task Force Takuba

Die Operation Barkhane, die von Frankreich in Partnerschaft mit den G5-Sahelländern geführt wird, wurde am 1. August 2014 gestartet. Sie basiert auf dem strategischen Ansatz der Partnerschaft mit den wichtigsten Ländern des Sahel-Sahara-Streifens: Burkina-Faso, Mali, Mauretanien, Niger und Tschad. In der Endstufe soll sie rund 5.100 Soldaten vereinigen, deren Aufgabe es ist, bewaffnete terroristische Gruppen zu bekämpfen und die Streitkräfte der Partnerländer zu unterstützen, damit sie dieser Bedrohung in Zukunft eigenständig Rechnung tragen können.

In der Region sind mit MINUSMA, EUTM Mali, EUCAP Sahel Mali und EUCAP Sahel Niger weitere Missionen der Vereinten Nationen und der Europäischen Union aktiv.

Am 27. März 2020 verabschiedeten die Regierungen von Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Frankreich, Mali, Niger, der Niederlande, Norwegen, Portugal, Schweden, Tschechien und des Vereinigten Königreichs eine politische Erklärung, in der sie sich für die Schaffung einer Task Force innerhalb der von Frankreich geführten Operation Barkhane aussprachen. Neben den erwähnten Ländern haben auch Belgien, Dänemark, die Niederlande sowie Portugal Truppen zugesagt. Deutschland unterstützt nur politisch, eine aktive Beteiligung deutscher Streitkräfte an Takuba ist derzeit nicht geplant.

Am 15. Juli hatte die Task Force Takuba in Mali ihre Anfangsbefähigung (Initial Operating Capability/IOC) erreicht. Takuba wird von Frankreich geführt und soll zu einer multinationalen Truppe von Spezialkräften werden. Nach Informationen aus Paris dient die Task Force Takuba als ein „neues Beispiel für eine starke Zusammenarbeit zwischen europäischen Ländern“.

Waldemar Geiger