StartBewaffnungPanzerabwehr – Schweden beschafft zusätzliche NLAWs

Panzerabwehr – Schweden beschafft zusätzliche NLAWs

Kristóf Nagy

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Die schwedische Behörde für Verteidigungsmaterial (FMV) hat Saab den Zuschlag für die Lieferung leichter Panzerabwehrhandwaffen des Typs Next Generation Light Anti-Tank Weapon System (NLAW) erteilt, wie Saab am 15. Dezember 2022 bekannt gegeben hat.

Der Auftrag, welcher innerhalb einer bestehenden Rahmenvereinbarung zwischen der FMV und Saab erteilt wurde, hat einen Wert von rund 900 Millionen schwedischen Kronen (82,6 Millionen Euro). Die Auslieferung der Systeme ist für den Zeitraum 2024 bis 2026 vorgesehen.

Saab entwickelte das NLAW System Anfang der 2000er Jahre auf Grundlage einer britischen Forderung. Bereits 2007 erhielten die britischen Streitkräfte die ersten Systeme. Neben Großbritannien entschieden sich unter anderem auch die Streitkräfte Schwedens (unter der Bezeichnung RB57), Finnlands und die Schweizer Armee für die leichte Panzerabwehrhandwaffe. Zudem erhielt die Ukraine seit Januar 2022 eine unbekannte Anzahl an NLAW, welche sie effektiv gegen russische Panzer einsetzte.

Das ballistisch wirkende System verfügt über zwei verschiedene Angriffsmodi. In dem von Saab als Overfly Top Attack Mode bezeichneten Angriffsprofil überfliegt der Flugkörper das Ziel und löst in einem Abstand von etwa 1 m Höhe darüber den schräg nach unten gewinkelten Hohlladungsgefechtskopf aus. So kann mit einer vom Hersteller mit 500 mm RHA angegebenen Durchschlagsleistung gezielt die verwundbarere Dachpanzerung, oder hinter Deckungen befindliche Ziele angegriffen werden. Zudem kann die NLAW auch in einem direkten Angriffsmodus, z.B. gegen Gebäude, eingesetzt werden. Hier zündet die Sprengladung über einen Aufschlagzünder.

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Der Hohlladungsstachel der NLAW wirkt von oben, wo die Panzerung geringer ausgeprägt ist, daneben können auch teilgedeckte Panzer bekämpft werden. (Grafik: Saab)

Eine Kernforderung bei der Entwicklung des Systems lag in der Befähigung zur Nutzung im Orts- und Häuserkampf, was sich auch in der zwischen 20 m und 800 m liegenden Einsatzentfernung widerspiegelt. Der Erhöhung der Trefferwahrscheinlichkeit dient die durch die umfangreiche Sensorik ermittelte Flugbahn, welche unter anderem Faktoren wie Neigungswinkel, Zieldistanz und Zielbewegung ermittelt und den Haltepunkt berechnet. Dennoch ist die NLAW keine Lenkwaffe, sodass Korrekturen nach dem Verschuss des Flugkörpers nicht mehr möglich sind.

Kristóf Nagy