StartBewaffnungProjekt LynkEUs für die Panzerabwehr

Projekt LynkEUs für die Panzerabwehr

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Europa plant ein eigenes Panzerabwehrsystem, das in eine Landplattform mit Gefechtsturm integriert werden soll, die von einem unbemannten Fluggerät cyber-gesichert mit Zieldaten versorgt wird. Dieses LynkEUs genannte Projekt soll ein vorläufiges Einsatzkonzept für eine europäische Fähigkeit für Panzerabwehr jenseits der Sichtlinie (Beyond Line Of Sight, BLOS) definieren und in einer Schießkampagne demonstrieren. Europa soll damit auch seine industriellen Kompetenzen in diesem Bereich gegenüber außereuropäischen Anbietern konkurrenzfähig halten.

LynkEUs ist der erste technologische und industrielle Beitrag zu den Zielen des BLOS-Fähigkeitsprojekts (Beyond Line Of Sight), das im Rahmen der Permanent Structured Cooperation (PESCO) entwickelt werden soll. Das BLOS-Fähigkeitsprojekt war im November 2018 von den EU-Verteidigungsministern gebilligt worden.

Die für das Projekt PESCO BLOS abgeschlossenen Konzepte und Tests werden zur Entwicklung einer Familie von Man-in-the-Loop-BLOS-Raketensystemen mit visueller Rückmeldung beitragen, die auf der – in Frankreich eingeführten – gelenkten Mittelstreckenrakete für die Panzerabwehr MMP (Missile Moyenne Portée) von MBDA basieren und unter der vollen Kontrolle der europäischen Verteidigungsindustrie stehen.

Die Europäische Kommission hat im Rahmen des Europäischen Programms für industrielle Entwicklung im Verteidigungsbereich (EDIDP) MBDA für die Koordinierung der 13 Partner und Unterauftragnehmern aus fünf Ländern ausgewählt. MBDA und seine Partner – aus Belgien: Die Königliche Militärakademie, John Cockerill Defense, FN Herstal, Thales Belgien und Xenics; aus Zypern: Aditess, Cyprus Institute und SignalGenerix; aus Frankreich: Novadem und Safran – zusammen mit den drei Unterauftragnehmern: MILREM (aus Estland), DELAIR (aus Frankreich) und Carmenta (aus Schweden) treten nun in die Verhandlungsphase zur finanziellen Beteiligung mit der Kommission ein.

Für das zwei Jahre dauernde Projekt sind 6,6 Millionen Euro veranschlagt, von denen die EU ca. 97 Prozent übernehmen will.

Gerhard Heiming