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Fecsa, ein spanisches Traditionsunternehmen mit Sitz in Madrid, wurde durch das spanische Heer jüngst mit der Lieferung von ballistischen Schutzwesten beauftragt. Der Rahmenvertrag hat eine Laufzeit von drei Jahren mit Option auf zwei weitere Jahre und umfasst vorerst ein Volumen von 23 Millionen Euro.

Die einzelnen Teilstreitkräfte der spanischen Armee suchen seit einiger Zeit nach der passenden Schutzausstattung für ihre jeweiligen Missionsprofile. Unter anderem die hat die spanische Luftwaffe im Jahre 2019 1.500 weichballistische Schutzwesten mit Schwerpunkt auf den Schutz vor 9 mm x 19, Splitter- und Stichschutz über die NSPA beschafft. 2018 war bekannt geworden, dass unter Federführung der spanischen Marine und in Kooperation mit der Schule der Infanterie, sowie der Universität von Cartagena Erprobungen von neuartigen Materialien wie Graphen für die Verwendung in Körperschutzkomponenten durchgeführt wurden.

Bei dem nun vom Heer bestellten Westen handelt es sich um eine bereits 2019 angestoßene Entwicklung von einer leichten Schplitterschutzweste mit optionalen, hartballistischen Schutzplatten und einer Variante als reine weichballistische Ausführung. Erstere Version soll ohne Platten in der Lage sein einen V50 Splitterschutz nach STANAG 2920 von 600 m/s zu bieten. Die zweite Weste biete Schutz gegen Handwaffen der Kaliber 9 mm x 19 und .357 Magnum bis zu einer V0 von 400 m/s und soll primär an die Militärpolizei und die Guardia Civil ausgeben werden.

Bei der ergonomischen Auslegung der Westen wurden erstmalig auch die Bedürfnisse der weiblichen Soldaten berücksichtigt. Die Beschaffung wurde notwendig, da durch Abnutzung und Erreichen der maximalen Lebensdauer aktueller Schutzwesten eine Versorgung der Einheiten in den laufenden Einsätzen des spanischen Heeres mittelfristig nicht mehr lösbar war. Sollten sich die Vertragspartner auf eine Verlängerung einigen, könnte das finanzielle Gesamtvolumen auf etwa 31 Millionen Euro ansteigen.

Kristóf Nagy