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Das niederländische Verteidigungsministerium hat mit dem polnischen Unternehmen Unifeq einen Vertrag zur Lieferung für die Interim NFP (Netherlands Fractal Pattern)-Kampfbekleidung unterzeichnet, wie das Ministerium am 19. Februar bekanntgegeben hat. Die Produktion der Stoffe und der Beschläge beginne sofort, hieß es weiter.

Die niederländischen Soldaten werden bis zur Einführung des zukünftigen niederländischen Einsatzkampfbekleidungssystems “Defensie Operationeel Kleding System” (DOKS) mit den Interims-Uniformen ausgestattet werden, da sich die Einführung des DOKS- Einsatzkampfbekleidungssystems aufgrund rechtlicher Streitigkeiten verzögert.

Unifeq ist nach eigenen Angaben ein global agierendes Unternehmen mit Sitz in Warschau. Die Spezialisierung der polnischen Firma liege auf dem Design, der Entwicklung, Produktion und Lieferung von Uniformen, Schutzkleidung, Spezialkleidung und
-schuhen, Schlafsäcken, Hüten, Mützen, Lederwaren, Aramidprodukten, Handschuhen, Taschen, Thermoskannen, Rucksäcken und anderer Spezialausrüstung für Streitkräfte und Behörden. Bei den Entwicklungen und den Zertifizierungen arbeitet Unifeq eigenen Angaben nach eng mit dem Military University of Technology Quality Certification Center in Warschau zusammen.

Die Interimskampfbekleidung und persönliche Ausrüstung wird im neu entwickelten Tarnmuster Netherlands Fractal Pattern beschafft.

Das NFP wird es in mehreren Farbvarianten geben. Zunächst NFP-Green für bewaldete und urbane Umgebungen, NFP-Tan für aride und trockene Gebiete, NFP-Navy in Blau für Marinesoldaten sowie NFP-Multitone als Mischform für die persönliche Ausrüstung. Später soll dem Vernehmen nach ein NFP-Arctic für arktische Regionen folgen. Zunächst werden Kampfjacken und -hosen in NFP Green und NFP Blue entstehen. Die verbesserte provisorische Kampfbekleidung basiert auf der Uniform des Korps Mariniers, welche sich wiederum grob an der klassischen BDU der US-Streitkräfte orientiert. Die Erfahrungen der Anwender mit diesem Anzug sind seit Jahren sehr positiv. Der NFP-Interimsanzug hat die gleiche Passform, die gleichen Stoffanforderungen und den gleichen Tragekomfort wie die bisher genutzte Kampfbekleidung der Marineinfanterie im DPM-Tarnmuster.

Testsätze

Ab Mitte dieses Jahres werden zunächst 20 Testsätze geliefert, mit denen die notwendigen Maße und Passformen ermittelt werden sollen. Die Serienproduktion der Uniformjacke und -hose soll zeitgleich und parallel mit dem Maßnehmen starten, sobald der NFP-Stoff verfügbar ist. Die Auslieferung der Interims-Kampfbekleidung wird dann laut Planungen Ende 2021 beginnen und etwa ein Jahr dauern.

Die Interimskampfbekleidung und persönliche Ausrüstung wird im neu entwickelten Tarnmuster Netherlands Fractal Pattern beschafft. (Foto: Niederländisches Verteidigungsministerium)

Neben dem NFP-Kampfanzug (Basisjacke und -hose) besteht das NFP-Zwischenpaket aus Combat-Shirts, einer Regenjacke und einer Baseballkappe. Die Auslieferung der Combatshirts habe bereits begonnen und die ersten Erfahrungen seien positiv, so das Verteidigungsministerium. Ab dem 3. Quartal würden die Regenjacken und Feldmützen in großem Umfang ausgeliefert.

Flexibles DOKS-Bekleidungssystem

Das vorläufige NFP-Bekleidungspaket wird mindestens bis zur Einführung des DOKS- Einsatzkampfbekleidungssystems in den Jahren 2023-2025 genutzt werden. Danach soll die Interimskampfkleidung durch Soldaten in der Ausbildung verwendet bzw. aufgetragen werden. Bei DOKS werden die Soldaten dann mit einem kompletten System ausgestattet, von der Unterwäsche bis hin zur äußeren Schicht der Kampfkleidung.

Das DOKS-System zeichnet sich außerdem durch ein hohes Maß an Flexibilität und Skalierbarkeit aus. Die Soldaten können es daher wie einen Baukasten nutzen und die Zusammensetzung für jede Situation oder Mission entsprechend anpassen. Diese Flexibilität schafft auch Raum für Innovationen und Weiterentwicklungen. Außerdem erhalten die Soldaten mehr Möglichkeiten, individuell zusätzliche Bekleidung aus dem DOKS-Sortiment zu erwerben. Ende Januar hatte die niederländische Armee bereits mit der Ausgabe der neuen persönlichen Kampf- und Schutzausrüstung begonnen. Erste Empfänger sind die Infanterieeinheiten, S&T berichtete.

André Forkert