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Die Kenianischen Streitkräfte beschaffen 118 geschützte 4×4 Radfahrzeuge des Typs Hizir. Die Fahrzeuge des türkischen Herstellers Katmerciler sind für die Absicherung der Landesgrenze gegen die aus Somalia heraus operierende Terrororganisation Al-Shabab vorgesehen. Die Absicht einer Beauftragung wurde bereits Ende Januar kommuniziert. Faktisch erfolgte im Frühjahr aber zuerst eine Ausschreibung, welche nun mit dem Zuschlag für das türkische Unternehmen endete.

Das 2016 erstmals vorgestellte geschützte Radfahrzeug Hizir hat ein Leergewicht von 16 Tonnen und wird laut Herstellerangaben von einem 400 PS Cummins Turbodiesel Motor angetrieben, was auf einer befestigten Straße in einer Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h resultiert. Die Monocoque Zelle hat einen V-förmig ausgestalteten Boden, um die Sprengwirkung von Minen und improvisierten Ladungen abzulenken. Über den Panzerschutz finden sich jedoch nur spärliche Angaben. Medienberichte lassen jedoch ein Schutzniveau von NATO AEP-55 STANAG 4569 Level 1 bis 2 vermuten.

Die türkischen Streitkräfte beschafften den Hizir in der Ateş Variante mit einem Beobachtungs- und Überwachungsrüstsatz des Herstellers Aselsan. Die Kombination von Optischen- und elektrooptischen Sensoren sowie die Integration eines Radarsystems biete eine maximale Beobachtungsreichweite von 40 km sowohl am Tag als auch in der Nacht. Zudem stehen auch unterschiedliche Waffenstationen, mit Maschinengewehren im Kaliber 7,62 mm x 51 oder 12,7 mm x 99 bzw. 40 mm Granatmaschinenwaffen, aber auch weitere Sensorikpakete zur Verfügung.

Die genaue Version bzw. damit verbundene Bewaffnung der kenianischen Fahrzeuge ist indes noch nicht bekannt. Laut Mitteilung eines Firmensprechers von Katmerciler sollen die 118 Fahrzeuge im Wert von 70 Mio. US-Dollar in den nächsten zwei Jahren geliefert werden. Zudem ließ das kenianische Verteidigungsministerium verlauten, dass sich der türkische Hersteller gegen zwei nicht näher genannte Anbieter aus den USA und Südafrika durchsetzen konnte.

Die gewonnene Ausschreibung ist bereits der dritte Exporterfolg für den Hizir auf dem afrikanischen Kontinent. Schon 2019 bestellte Uganda 15 Fahrzeuge des Typs, welche 2020 geliefert wurden. Zudem wird gemutmaßt, dass der dritte nicht näher benannte Exportkunde die international anerkannte Regierung der Bundesrepublik Somalia sei.

Kristóf Nagy