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Die kürzlich in den Niger verlegten Spezialkräftehubschrauber der Luftwaffe erhalten einen Witterungsschutz. Die Bundeswehr hat dazu jüngst den Zuschlag für die Vergabe von verlegefähigen Hangarzelten „LUH SOF“ mit Peripherie an die Industrie erteilt. Auftragnehmer ist die Papp MLS GmbH aus Ottobrunn bei München.

Der Auftrag sieht die Lieferung und Aufbau von insgesamt vier verlegefähigen Hangarzelten inklusive der angesprochenen Peripherie, die aus Stromerzeugeraggregaten, Kühlgeräten, Heizgeräten, Beleuchtung und Abgasabsauganlagen besteht. Zum Vertrag gehört ferner eine Schulung des Bundeswehrpersonals vor Ort. Der Aufstellungsort ist Tillia in Niger.

Auftraggeber ist das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw) Referat DL II 5. Laut Ausschreibung sind insgesamt sieben Angebote abgegeben worden.

Die Hangarzelte haben Außenmaße von ca. 15 m in Länge und Breite sowie ca. 5 m in der Höhe. „Die Zelte sind handelsüblich und marktverfügbar“, so ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr (EinsFüKdoBw) gegenüber S&T.

„Die Fertigstellung in Niger hängt von vielen Faktoren ab, u.a. den Produktions- und Lieferzeiten des Auftragsnehmers, aber auch den Transportzeiten zum Zielort. Planerisch wird mit dem Abschluss der Fertigstellung im III. Quartal 2021 gerechnet“, so das EinsFüKdoBw weiter.

Die Bundeswehr hat die Zelte gekauft. Der Zeitraum der Nutzung der Zelte richtet sich nach dem konkreten Bedarf am Aufbauort sowie der weiteren Entwicklung bei der Mandatierung des Einsatzes sowie möglicher ministerieller Entscheidungen. „Details zum Zeitraum können auch deswegen nicht genannt werden, weil Aussagen zu Personal- und Zeitansätzen bei Spezialkräften besonderen Schutzerfordernissen der operativen Sicherheit unterliegen“, so der Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr.

Die Hangarzelte werden drei Hubschrauber des Typs Airbus H145M Light Utility Helicopter Special Operation Forces (LUH SOF) aufnahmen. Die H145M LUH SOF sind zur Verbringung von Spezialkräften vorgesehen. Sie können, in Abhängigkeit von der erforderlichen Reichweite, vier bis fünf Soldaten transportieren. Die H145M LUH SOF und die dazugehörigen Crews sind Angehörige der 4. FlgStff des Hubschraubergeschwader 64 (HSG 64) in Laupheim und zählen zu den Spezialkräften der Bundeswehr. Ende März verlegten drei dieser Hubschrauber per Airbus A400M nach Afrika, S&T berichtete. Dort werden seit mehreren Jahren Kampfschwimmer der Deutschen Marine in Niger eingesetzt, um lokale Spezialkräfte auszubilden. Bei Bedarf können H145M LUH SOF aber auch bewaffnet werden, zum Beispiel mit dem MG6 (Dillon Aero M134D), um beispielsweise Bodenkräfte mittels dem „Close Combat Attack” (CCA) aus der Luft mit Feuer zu unterstützen.

André Forkert