StartBewaffnungPanzerabwehr: Estland erhält Spike SR

Panzerabwehr: Estland erhält Spike SR

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Das estnische Investitionszentrum für Verteidigung (Riigi Kaitseinvesteeringute Keskus) hat mit der EuroSpike GmbH, einem Joint Venture bestehend aus Diehl Defence, Rheinmetall Defence und Rafael Advanced Defence Systems, einen Vertrag über die Beschaffung von schultergestützten Panzerabwehrlenkflugkörper des Typs Spike SR für die estnischen Streitkräfte geschlossen. Dies geht aus einer Meldung des Herstellers hervor. Nach Aussagen der estnischen Streitkräfte beläuft sich der Auftragswert auf 40 Millionen Euro.  Die Waffensysteme werden beschafft und die in den estnischen Streitkräften genutzten gezogenen 90-mm-Panzerabwehrkanonen zu ersetzen. Die ersten Systeme sollen noch 2022 nach Estland geliefert werden.

Mit der knapp zehn Kilogramm schweren und im verpackten Zustand gerade einmal 98 Zentimeter langen Spike SR wird Estland ein Präzisionswirkmittel zur Bekämpfung von mittleren bis schwer gepanzerte Fahrzeuge sowie befestigte Stellungen erhalten. Das kompakte System benötigt dank der integrierten Optik in Form eines Bildschirmes in einem Okular kein zusätzliches Startgerät.

Der Schütze zielt mithilfe des am Lenkflugkörper verbauten Suchkopfes und kann Ziele in einer Entfernung von bis zu 2.000 Meter Entfernung bekämpfen. Der kombinierte Tag-/Nachsichtkamera macht die Spike SR voll nachtkampftauglich und die im Fire and Forget Modus erfolgende Zielbekämpfung sorgt neben einer hohen Trefferwahrscheinlichkeit für einen deutlich reduzierten Ausbildungsaufwand. Trotz der kompakten Bauform kann das Startrohr mitsamt Optik neu mit einem Lenkflugkörper versehen und wiederverwendet werden.

Eingesetzt wird die Spike SR im estnischen Heer parallel zu der FGM-148 Javelin, von der die USA im Rahmen ihrer Militärhilfe für die baltischen Staaten im Jahr 2020 weitere 128 Lenkflugkörper geliefert haben. Die Javelin ist seit 2015 bei den estnischen Streitkräfte eingeführt.

Kristóf Nagy