StartAusrüstung & BekleidungVSLAP-Hochleistungslaser: Zielmarkierer von B. E. Meyers

VSLAP-Hochleistungslaser: Zielmarkierer von B. E. Meyers

Mit der Einführung der neuen Serienvarianten des VSLAP (Variable Six Laser Advanced Pointer) hat B. E. Meyers & Co. Inc. den geistigen Nachfolger der IZLID-Familie von Hochleistungslasern vorgestellt – einer Produktreihe, die bei Joint Terminal Attack Controller (JTAC) auf der ganzen Welt verbreitet ist. Fast alle westlichen JTACs und Spezialkräfte haben in den letzten Jahrzehnten IZLID zur Markierung von Zielen genutzt, auch in der Bundeswehr. Seit der Einführung 1993 hat dieser den Standard für hochleistungsfähige Nahinfrarot-Laserpointer und -beleuchter gesetzt.

IZLID wurde gerade in den Bereichen der Tactical Air Control Parties (TACP), Combat Control Teams (CCT), Joint Terminal Attack Controllers (JTAC), Special Operations Terminal Attack Controllers (SOTAC), Air Naval Gunfire Liaison Companies (ANGLICO) sowie Joint Fires Observer (JFO)-Anwendungen sowie für andere Luft-Boden-Anwendungen genutzt. Aus diesen jahrzehntelangen Kampferfahrungen hat B. E. Meyers den VSLAP-V1 als Weiterentwicklung hervorgebracht. Erstmalig präsentierte das US-Unternehmen die neue Serienvarianten des VSLAP auf der SOF Week in Tampa, Florida.

Er wurde entwickelt um Zielmarkierung, Beleuchtung und die Kommunikation mit Flugzeugen zu verbessern. Sein Design bietet eine höhere Leistung, ein ergonomisches Format und eine bessere Integration mit Waffensystemen als der Vorgänger IZLID. Die Nutzer können damit Luftangriffe anzufordern, Luftnahunterstützung koordinieren und den Beschuss durch Schiffsartillerie leiten. Die Werkzeuge, die sie dabei zur Zielmarkierung und zur Kommunikation mit den über ihnen fliegenden Luftfahrzeugen verwenden, stellen ein kritisches Bindeglied in der Kette zwischen der Bodentruppe und der Feuerkraft dar, die zu ihrer Unterstützung zur Verfügung steht.

DeathStar-Lasertechnologie

Der VSLAP-V1 baut auf das IZLID-Erbe auf – und zwar mithilfe einer von B.E. M eyers als „DeathStar“-Technologie bezeichneten Innovation. Dabei handelt es sich um ein patentiertes System, das laut Hersteller sechs einzelne Laserdioden zu einem einzigen, konzentrierten Strahl bündelt (0,8 mrad/0,46 Grad) und dabei eine Ausgangsleistung von bis zu 1,21 Watt im nahinfraroten Spektralbereich (NIR) erzeugt. Und das wahlweise im Dauerstrichbetrieb oder in drei verschiedenen Pulsmodi. Neben dem High Power Output von 1,21 Watt bietet VSLAP auch einen Medium Power Output von 375 Milliwatt und einen Low Power Output von 125 Milliwatt. Die Wellenlänge des IR-Laser beträgt 840 Nanonmeter.

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Die dem Design zugrunde liegende Physik begegnet einer Einschränkung, die einzelnen Laserdioden naturgemäß innewohnt: Während ein einzelner Strahl seine Bahn zieht, bleibt sein Profil verhältnismäßig schmal. Dies begrenzt sowohl seine Sichtbarkeit für Flugzeuge in großer Flughöhe als auch die Gleichmäßigkeit, mit der er ein Zielgebiet ausleuchtet. Durch die gemeinsame Ausrichtung von sechs Dioden erzeugt B. E. Meyers einen kombinierten Strahl, der über die Distanz hinweg so weit auffächert, dass er – bei gleicher Leistungsstufe – ein deutlich größeres Profil aufweist als ein System mit einzelner Strahlquelle.

Dies verbessert die Sichtbarkeit für hochfliegende Luftfahrzeuge und steigert gleichzeitig die Gleichmäßigkeit der Ausleuchtung im Zielgebiet. Da die sechs Einzelstrahlen im weiteren Verlauf auseinanderlaufen und sich zu überlappen beginnen, kompensieren sie jene Ungleichmäßigkeiten, die einzelnen kantenemittierenden Laserdioden eigen sind. Laut technischer Beschreibung des Herstellers entsteht so ein wesentlich homogeneres Ausleuchtungsmuster im 2,5-Grad-Flutlichtmodus des Systems. Dieser Flutlichtmodus besitzt eine operationelle Relevanz, die sich allein aus den technischen Spezifikationen nicht vollumfänglich erschließt.

Die VSLAP-Serie

Wenn ein JTAC oder TACP ein Zielgebiet für ein angreifendes Luftfahrzeug ausleuchten muss – anstatt lediglich auf einen einzelnen Punkt zu verweisen –, beeinflussen Qualität und Gleichmäßigkeit der Ausleuchtung unmittelbar, wie klar die Flugzeugbesatzung ihr Zielobjekt mittels Nachtsicht- und Zielsystemen identifizieren kann. Eine ungleichmäßige oder von „Hotspots“ (überhellen Stellen) geprägte Ausleuchtung kann genau in jenem Moment für Unklarheit sorgen, in dem absolute Eindeutigkeit am entscheidendsten ist. Das „DeathStar“-System begegnet diesem Problem laut B. E. Meyers durch eine spezielle Kompensation der Strahlüberlappung.

Das ergonomische Design des VSLAP-V1 spiegelt die Erkenntnisse aus jahrzehntelanger praktischer Einsatzerfahrung mit IZLID-Systemen unter Gefechtsbedingungen wider – einem Umfeld, in dem selbst geringfügige Designkompromisse bei waffenmontierter Ausrüstung angesichts der physischen und kognitiven Belastungen im Nahkampf zu gravierenden Problemen anwachsen können. Das Gerät ermöglicht eine einhändige Bedienung; ein für den Daumen gut erreichbarer Schalthebel dient zur Umschaltung zwischen vier Leistungsstufen: Aus, Niedrig, Mittel und Hoch.

VSLAP als IZLID-Nachfolger.
VSLAP als IZLID-Nachfolger. (Foto: B. E. Meyers)

Zwei Auslösetasten befinden sich an der Oberseite des Geräts in einer natürlichen Fingerposition: eine für den Dauerbetrieb und eine für verschiedene Pulsmodi mit Frequenzen von zwei, fünf und zehn Hertz sowie einer zusätzlichen, arrhythmischen Pulsfrequenz. Die Umschaltung der Strahlcharakteristik zwischen dem Punktziel- und dem Flutlichtmodus erfolgt durch eine Achteldrehung des vorderen Einstellrings – eine mechanische Einfachheit, die laut Produktbeschreibung des Herstellers von entscheidender Bedeutung ist, wenn der Anwender unter Stress und Zeitdruck rasch zwischen den Betriebsmodi wechseln muss.

Schnittstelle für Fernanpassung

Die Integration von Waffensystemen wird durch die Möglichkeit zur Azimut- und Elevationsverstellung bei von der Besatzung bedienten Waffen sowie bei Drehflügler-Plattformen realisiert – ergänzt durch eine proprietäre Wakizashi-Schnittstelle, die eine gleichzeitige Fernsteuerung, Stromversorgung und Datenübertragung ermöglicht. Diese Schnittstelle erlaubt es einem einzelnen Bediener, den Laser zu aktivieren, während er gleichzeitig ein Waffensystem abfeuert. Dadurch entfällt das Koordinationsproblem, das typischerweise auftritt, wenn ein Lasergerät eine dedizierte manuelle Bedienung erfordert, die sich nicht mit der Waffensteuerung kombinieren lässt.

Die Möglichkeit zur Fernanpassung von Einstellungen über die Wakizashi-Schnittstelle vertieft diese Integration zusätzlich, indem sie es dem Bediener erlaubt, die Ausgangsleistung und den Betriebsmodus des Lasers zu ändern, ohne dabei den festen Griff am Waffensystem lösen zu müssen. Das Nahinfrarot-Spektrum, in dem das VSLAP-V1 arbeitet, ist für das bloße Auge unsichtbar, jedoch durch Nachtsichtgeräte und Zielsysteme – wie sie von modernen Militärflugzeugen und Bodentruppen routinemäßig eingesetzt werden – deutlich erkennbar.

Vergleich zwischen den Modi Pointer und Beleuchter.
Vergleich zwischen den Modi Pointer und Beleuchter. (Fotos: B. E. Meyers)

Dies macht es zum Standardmedium für die verdeckte Zielmarkierung, die Boden-Luft-Kommunikation sowie die Freund-Feind-Erkennung bei Einsätzen unter schlechten Lichtverhältnissen. Ein Bediener, der einen Nahinfrarot-Laser auf ein Ziel richtet, kann dessen Position an eine über ihm fliegende Flugzeugbesatzung übermitteln, ohne dass dieses Signal für Personen ohne Nachtsichtgerät sichtbar ist – ein grundlegender Vorteil für die operative Sicherheit, der leistungsstarke Nahinfrarot-Laser sowohl für Spezialkräfte als auch für konventionelle Streitkräfte unverzichtbar gemacht hat.

Anwendungsmöglichkeiten auf verschiedenen Waffensystemen

Der VSLAP ist ein NIR-Laserziel- und -beleuchtungsgerät der Klasse 4. Durch Drehen des Strahljustierrings lässt er sich so einstellen, dass er entweder einen eng fokussierten NIR-Zielpunkt erzeugt oder alle Einzelstrahlen zu einem homogenen NIR-Flutlicht (50 mrad/2,86 Grad) bündelt. Das Design ermöglicht eine Einhandbedienung sowie die intuitive Steuerung sämtlicher Systemfunktionen. Diese Einstellungen decken ein breites Spektrum an Ausgangsleistungen ab, sodass der Nutzer stets die für die jeweilige Umgebung optimale Stufe wählen kann. Der VSLAP lässt sich zudem auf verschiedensten Waffensystemen einsetzen – von mannschaftsbedienten Waffen bis hin zu Drehflüglern.

Für diese Anwendungen bietet das Gerät Justiermöglichkeiten in Azimut und Elevation, um eine präzise Ausrichtung auf das Ziel zu gewährleisten. Der proprietäre Wakizashi-Anschluss ermöglicht die gleichzeitige Fernauslösung und Stromversorgung des Geräts und unterstützt darüber hinaus Datenübertragungsfunktionen. Zwei CR123-Batterien sorgen für die Stromversorgung. Die Größe beträgt 7,8 x 2,3 x 3,0 Zoll beziehungsweise rund 19,8 × 5,8 × 7,6 Zentimeter (L/B/H), bei einem Gewicht von 9,45 Unzen (268 Gramm) ohne Batterien. Das Gerät ist für zwei Stunden tauchbar bis maximal 20 Meter und nach MIL-STD 810G/H zertifiziert.

Redaktion/AF