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Die Vereinigten Staaten unterstützen die Verteidigungsbemühungen im Baltikum, dazu wurden heute im Rahmen einer symbolischen Zeremonie in Vilnius im Beisein des litauischen Verteidigungsminister Arvydas Anušauskas und des Botschafters der Vereinigten Staaten in Litauen, Robert S. Gilchrist Panzerabwehrhandwaffen an die Heimatverteidigungsorganisation des baltischen Staates übergeben.

Das Paket im Wert von 10 Millionen Dollar beinhaltet neben den Panzerabwehrhandwaffen des Typs M72 LAW auch Trainingsmaterial und Trainingsdienstleistungen für die Ausbildung der Ausbilder. Die von den USA gespendeten Panzerabwehrhandwaffen werden innerhalb der Litauischen Nationalen Freiwilligen Verteidigungskräfte (Krašto apsaugos savanorių pajėgos /KASP) einer aus 800 aktiven und 5000 Reservisten bestehenden Heimatverteidigungsorganisation verwendet werden.

Die M72 LAW wird indes für manchen litauischen Soldaten nicht ganz neu sein. So erhielten die Streitkräfte nach der Unabhängigkeit von der Sowjetunion die Panzerabwehrhandwaffe bereits einmal als militärische Hilfe. Die heute nicht mehr verwendeten Waffen sind seitdem durch Wirkmittel des Typs Saab Bofors Dynamics AT-4 und die schwere Panzerfaust Carl Gustav in den Versionen M2, M3 abgelöst worden. Welche Version der LAW an die litauischen Reservisten übergeben wurden ist derzeit noch unklar. Es klang jedoch aus der offiziellen Pressemeldung durch, dass auch wiederverwendbare Trainingswaffen mit Unterkalibermunition Teil des Paketes seien.

Obwohl die Ursprünge der M72 Law in den frühen 1960er Jahren liegen, wurde die Waffe von mehreren Herstellern über die Jahrzehnte weiterentwickelt und wird bis heute produziert. So bestellte erst im Herbst 2020 Finnland ein weiteres Los für 26 Millionen Euro bei dem einheimischen Hersteller Nammo Lapua Oy. Die als M72 EC LAW bezeichnete modernisierte Version verfügt über eine Montageschiene für eine Optik und ist durch die Verwendung von Carbon bei der Rohrherstellung mit 3,4kg Gewicht überaus leicht und zugleich robust.

Kristóf Nagy