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Technodinamika, eine Tochter des russischen Staatskonzerns Rostec, testet derzeit ein neues Lasten-Fallschirmsystem für das Absetzen von Schwerlasten mit einem Gesamtgewicht bis 18 Tonnen, wie der Generaldirektor des Unternehmens Igor Nasenkov  kürzlich während eines Pressefrühstücks bekanntgegeben hat.

Nasenkovs Angaben zufolge wurden bereits mehrere Abwürfe mit dem System namens „Fallschirm“ (Парашют) mit Lasten von neun bzw. elf Tonnen durchgeführt. Abwurfvorgänge mit 18 Tonnen sollen in Kürze folgen.

Das System verwendet den Angaben zufolge Rundkappen mit einer Fläche von 770 qm. Je nach Gewicht der abzusetzenden Last wird entweder eine Sieben- oder eine Fünf-Kappen-Konfiguration verwendet. Zum Vergleich, das seit Kurzem in Verwendung der russischen Streitkräfte befindliche System namens Melonenfeld (Бахча) weist eine Konfiguration von bis zu 12 Kappen mit einer Fläche von 350 qm auf.

Das neue System soll gemäß Technodinamika in der Lage sein, auch die neuen geschützten Fahrzeuge des Typs „Typhoon-VDV“ mit einem Gewicht von bis zu 18 Tonnen und die Fahrzeuge der Baureihe „Tigr“ mit einem Gewicht von bis zu 9 Tonnen abzusetzen.

Die russischen Luftlandetruppen sollen Medienberichten zufolge ab 2021 eine luftverlastbare und offenbar auch abwurffähige Version des von der Kamaz-Tochter Remdiesel produzierten 4×4-Radfahrzeugs K4386 Typhoon-VDV erhalten. VDV steht für Vozdushno-desantnye voyska (Luftlandekräfte).

Das 4×4-Radfahrzeug K4386 Typhoon-VDV hat eine Länge von 6 m und ein Leergewicht von 11 Tonnen. (Foto: Verteidigungsministerium Russlands)

Das Fahrzeug hat eine Länge von 6 m und ein Leergewicht von 11 Tonnen. Es finden acht voll ausgestattete Soldaten darin Platz. Die ferngesteuerten Waffenstation EPOCH kann das schwere Maschinengewehr Kord (12,7 mm), das MG PKTM, oder eine 30-mm-Bordkanone 2A42 aufnehmen. Als Antrieb stehen 350 PS zur Verfügung, die das Fahrzeug auf bis zu 100 km/h beschleunigen.

Das geschützte 4×4-Fahrzeug Tigr weist ein zulässiges Gesamtgewicht von 9 Tonnen auf und wird als Patrouillen- und Aufklärungsfahrzeug eingesetzt. Es kann als Bewaffnung die ARX20-Waffenstation mit einer 20-mm-Bordkanone oder Maschinengewehre aufnehmen.

André Forkert