StartBewaffnungBaltische Länder liefern Javelin und Stinger an die Ukraine

Baltische Länder liefern Javelin und Stinger an die Ukraine

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Estland, Lettland und Litauen haben Waffenlieferungen in Form von tragbaren Flugabwehrsystemen und Panzerabwehrlenkflugkörpersystemen an die Ukraine angekündigt. Das teilte das litauische Verteidigungsministerium auf seiner Homepage mit. „Estland, Lettland und Litauen stehen gemeinsam zu ihrem Bekenntnis zur Souveränität und territorialen Integrität der Ukraine angesichts der fortgesetzten russischen Aggression. Die Baltischen Staaten werden ihre Unterstützung der Ukraine nicht nur diplomatisch und politisch fortsetzen, sondern auch durch die Stärkung der ukrainischen Selbstverteidigungsfähigkeit.“

Estland will, so heißt es in der Mitteilung weiter, Javelin-Panzerabwehrlenkflugkörper liefern. Lettland und Litauen wiederum wollen schultergestützte Flugabwehrraketen des Typs Stinger bzw. lafettierte Stinger-Duallaunchsysteme und weiteres Material bereitstellen, um die ukrainischen Selbstverteidigungsfähigkeiten zu stärken. Die USA hatten zuvor ihre Genehmigung erteilt, dass die von ihnen bezogenen Rüstungsgüter an eine dritte Partei weitergegeben werden dürfen. Auch bei dem Weitertransport stützen sich die baltischen Staaten auf Kapazitäten der Verbündeten ab.

Die USA hatten – wie S&T berichtete – im Jahr 2019 bereits eine geringe Anzahl an FGM-148 Javelin an die Ukraine geliefert. Die estnischen Streitkräfte hatten ebenfalls Javelin erhalten, führen aber derzeit den Spike SR ein.

Litauen hatte im Oktober 2002 noch vor seinem NATO-Beitritt angekündigt, Stinger-Nutzer werden zu wollen. Lettland hatte erst 2018 Stinger aus dänischen Beständen beschafft. Die von Raytheon hergestellten Flugabwehrrakete FIM-92 Stinger und ihre Varianten sind seit 1980 in der Produktion und inzwischen weiterentwickelt worden. Sie erreichen eine Geschwindigkeit von Mach 2,2 und haben eine Reichweite von bis zu sechs Kilometern. Sie eignen sich zur Bekämpfung von Luftfahrzeugen und wurden inzwischen auch an neue Ziele wie Drohnen angepasst.

„Wir hoffen ernsthaft, dass die Ukraine nicht gezwungen sein wird, die Ausrüstung einzusetzen und rufen die Russische Föderation dazu auf, ihr aggressives und inakzeptables Benehmen zu beenden“, heißt es in der Mitteilung des litauischen Verteidigungsministeriums. Estland hat nach Medienberichten darüber hinaus bei der Bundesregierung angefragt, einst aus Beständen der Nationalen Volkarmee der DDR übernommene Feldhaubitzen des Typs D-30 an die Ukraine liefern zu dürfen. Obwohl diese Waffen veraltet sind, setzt diese Anfrage die Bundesregierung unter Druck, zumal diese Waffenlieferungen an die Ukraine bisher ausgeschlossen hat.

Jan-Phillipp Weisswange