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Die französische Beschaffungsbehörde Direction générale de l’armement (DGA) hat für das SCORPION-Programm das zweite Los Gefechtsfahrzeuge mit 42 Jaguar und 271 Griffon bestellt. Das Industriekonsortium mit Nexter, Arquus and Thales soll die Fahrzeuge im Zeitraum 2022 bis 2023 herstellen. Erstmals wird der Griffon in den Varianten Artilleriebeobachter und Sanitätsfahrzeug ausgeliefert.

2017 hatte die DGA im ersten Los 319 Griffon und 20 Jaguar bestellt, von denen 143 Griffon bereits ausgeliefert sind. Der Gesamtbedarf ist im überarbeiteten Militärprogrammgesetz 2019 – 2025 (Loi de programmation militaire, LPM) mit 1.872 Griffon und 300 Jaguar beziffert, von denen die Hälfte bis 2025 und der Rest bis 2030 ausgeliefert sein soll.

Der Griffon ist in mehreren Versionen erhältlich: Truppentransport, Gefechtsstand, Artilleriebeobachtung und medizinische Evakuierung. (Foto: Armee de Terre)

Die Griffon laufen derzeit der Truppe zu. Bis Ende 2020 soll nach Ausstattung der Schulen und Ausbildungszentren die Umrüstung in fünf Regimentern beginnen. Ende 2021 sollen neun Regimenter erste Erfahrungen mit dem Griffon sammeln. Eine Anfangsfähigkeit mit Griffon in einem verstärkten Kampfverband soll Ende 2021 erreicht werden.

Der Griffon ist ein gepanzertes Mehrzweckfahrzeug (Véhicule blindé multi-rôles, VBMR), das die gepanzerten VAB (Véhicule de l’avant blindé) ersetzen soll. Er wiegt etwa 25 Tonnen und ist mit einem 6-Rad-Antrieb und einer ferngesteuerten Waffenstation ausgestattet. Neben Fahrer und Kommandant können bis zu acht Soldaten transportiert werden. Der Griffon ist in mehreren Versionen erhältlich: Truppentransport, Gefechtsstand, Artilleriebeobachtung und medizinische Evakuierung.

Der etwa 25 Tonnen schwere Jaguar ist ein gepanzertes Aufklärungs- und Kampffahrzeug (Engin blindé de reconnaissance et de combat, EBRC) mit 6-Rad-Antrieb. Er soll die leichten Radpanzer AMX10RC und Sagaie sowie die mit HOT-Panzerabwehrraketen bewaffnete VAB-Variante ersetzen. Es wird mit der in französisch-britischer Zusammenarbeit hergestellten 40 mm-Teleskop-Munitionskanone, der Mittelstreckenrakete MMP und einem ferngesteuerten Turm ausgerüstet.

Der etwa 25 Tonnen schwere Jaguar ist ein gepanzertes Aufklärungs- und Kampffahrzeug mit 6-Rad-Antrieb. (Foto: DGA)

Neben Nexter Systems, Thales und Arquus sind am Jaguar auch Safran für die Optronik und Bewaffnung, CTA International für seine 40 mm-Kanone und MBDA für die MMP beteiligt.

Mit der Einführung dieser neuen Ausrüstung mit einem Höchstmaß an Schutz und Mobilität erhalten die taktischen Führer neue Einsatzmöglichkeiten. Der kollaborative Kampf beispielsweise besteht darin, alle mit Informationen ausgestatteten Fahrzeuge des SCORPION-Programms in Echtzeit miteinander zu verbinden. Die zahlreichen Sensoren, die in den Griffon und den Jaguar integriert sind, kommunizieren miteinander, um zur Entscheidungsfindung des Fahrzeugkommandanten beizutragen.

Gerhard Heiming