Angesichts der stetig wachsenden Bedrohung durch feindliche Drohnen auf dem modernen Gefechtsfeld gab die israelische Firma Esh-Tech Anfang Juni die Markteinführung von DroneLight bekannt. Das System wurde erstmals auf der Eurosatory gezeigt. Das DroneLight System soll bei taktischen Bodeneinsätzen Drohnen in ein bis zwei Sekunden neutralisieren. Ein leistungsstarker gepulster Laser neutralisiert die gegnerischen Drohnen innerhalb von Sekunden bei einem Energieverbrauch von nur vier Kilowatt – und ermöglicht so einen kosteneffizienten, fahrzeugbasierten Schutz für Bodentruppen.
Mit dem Hard-Kill-System auf Basis gepulster Lasertechnologie wird Bodentruppen ein schneller, kosteneffizienter und mobiler Schutz gegen Drohnen geboten, so der Hersteller. DroneLight wurde entwickelt, um ein breites Spektrum an Bedrohungen aus der Luft abzuwehren – einschließlich mit Sprengstoff beladener Drohnen beziehungsweise Loitering Munition, die sich in aktuellen Einsatzszenarien zu einer der dringendsten und am häufigsten auftretenden Herausforderungen entwickelt haben. Das System befindet sich derzeit in mehreren Märkten weltweit in der Erprobung durch Kunden, so Esh-Tech.

Effektivität gegen Drohnenschwarm-Szenarien
DroneLight wurde speziell für bewegliche und stationäre Bodeneinheiten konzipiert, die in komplexen Umgebungen mit hohem Bedrohungspotenzial operieren. Das System führt eine neue Architektur für gepulste Laser ein, die kurze, hochintensive Impulse nutzt, um durch einen „Bohreffekt“ physisch Material vom Ziel abzutragen. Dies ermöglicht eine schnelle Neutralisierung im Vergleich zu mehr als 15 Sekunden bei herkömmlichen Lasersystemen mit kontinuierlicher Welle (Continuous-Wave-Lasern).
Mit einem Energieverbrauch von etwa vier Kilowatt – und damit deutlich weniger als die 20 Kilowatt oder mehr, die andere Systeme benötigen – lässt sich DroneLight effizient über die Bordstromversorgung von Fahrzeugen betreiben. Dies gewährleistet volle Mobilität und ermöglicht die Installation auf Militärfahrzeugen, ohne dass eine schwere, dedizierte Stromversorgungsinfrastruktur erforderlich ist. Das System unterstützt eine Bekämpfungsrate von bis zu fünf Hertz, was etwa 30 Neutralisierungen pro Minute entspricht und es somit effektiv gegen Drohnenschwarm-Szenarien macht.
Eignung für urbane Einsatzgebiete
Sein enges Sichtfeld, das Fehlen von Seitenkeulen (Streuung der Energie in andere Richtungen) sowie die extrem kurze Einwirkzeit machen es besonders geeignet für urbane Einsatzgebiete, in denen Präzision und ein minimiertes Risiko für Kollateralschäden von entscheidender Bedeutung sind. DroneLight wurde für defensive Schutzmaßnahmen mit einer Reichweite von bis zu einem Kilometer konzipiert, bietet eine 360-Grad-Rundumabdeckung und lässt sich von einer einzelnen Person bedienen. Das System verfügt über ein automatisches Nachführsystem sowie synchronisierte Pulsmodule, um eine gleichbleibend hohe Leistung auch unter realen Einsatzbedingungen zu gewährleisten.
DroneLight ist laut Hersteller das Ergebnis von drei Jahren intensiver Forschung und Entwicklung, Validierung im Außeneinsatz sowie praxisnaher Kooperationen mit führenden Verteidigungsorganisationen. Es ist das erste kommerziell erhältliche System, das atmosphärische Kohärenzfenster nutzt, um eine hocheffiziente Laserwirkung zu erzielen – und dies auf einer Plattform, die auf leichten Fahrzeugen mit einem Leistungsbedarf von unter vier Kilowatt betrieben werden kann.
DroneLight auf FFGs ACSV
„DroneLight wurde entwickelt, um die operative Effektivität und die Einsatzbereitschaft im Bereich der Drohnenabwehr signifikant zu steigern“, so Erez Riahi, CEO von Esh-Tech. „Durch die Kombination von hoher Effektivität mit sehr geringem Energieverbrauch und einer Kostenstruktur, die dramatisch unter der traditioneller Lasersysteme liegt, versetzen wir Streitkräfte in die Lage, effektiven Hard-Kill-Schutz im großen Maßstab einzusetzen – und dies nicht nur an ausgewählten strategischen Standorten. Unsere gepulste Laserarchitektur ermöglicht eine Abfangung innerhalb von Sekunden und verleiht manövrierenden Kräften damit jene Geschwindigkeit und operative Flexibilität, die sie auf dem heutigen Gefechtsfeld benötigen.“
Die Verbindung leistungsstarker gepulster Lasertechnologie, geringen Energiebedarfs, kurzer Reaktionszeiten und hoher Wirtschaftlichkeit – bei Kosten, die nur etwa 25 Prozent derjenigen herkömmlicher Dauerstrich-Lasersysteme betragen – ermöglicht es den Streitkräften laut Esh-Tech, eine signifikant größere Anzahl von Einheiten mit effektiven laserbasierten Verteidigungsfähigkeiten auszustatten. DroneLight wurde auch schon auf dem gemeinsam entwickelten Flugabwehr-Modul auf dem ACSV (Armoured Combat Support Vehicle), einem gepanzerten Kettenfahrzeug der FFG Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft mbH, gezeigt.
Redaktion/AF











