StartBewaffnungATACMS: Co-Produktion durch Lockheed Martin und Rheinmetall

ATACMS: Co-Produktion durch Lockheed Martin und Rheinmetall

Lockheed Martin und Rheinmetall wollen die erste ATACMS-Co-Produktion in Europa vorantreiben. Das teilten beide Unternehmen am heutigen Dienstag mit. Mit Unterstützung der Regierungen der Vereinigten Staaten und Deutschlands soll ein Joint Venture entstehen, das ein europäisches Kompetenzzentrum für die Herstellung, Integration und Bereitstellung von ATACMS für NATO- und verbündete europäische Streitkräfte schafft. Die entsprechende Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) wurde im Rahmen des NATO Summit Defense Industry Forum unterzeichnet.

Die Vereinbarung adressiert den unmittelbaren Bedarf an lokal produzierter Munition in Europa und markiert den nächsten Schritt beim Ausbau europäischer Produktionskapazitäten für kampferprobte Präzisionswaffen. „Diese Partnerschaft markiert einen entscheidenden Moment für die europäische Sicherheit und die industrielle Zusammenarbeit der Verbündeten. Indem wir Lockheed Martins führende Expertise im Bereich Raketensysteme mit Rheinmetalls Fertigungsexzellenz verbinden, werden wir unseren Verbündeten kampferprobte Fähigkeiten schneller und effizienter bereitstellen“, sagte Jay Pitman, President, Lockheed Martin International.

Einzige ATACMS-Produktionsstätte außerhalb der USA

Dennis Goege, Chief Executive Europe bei Lockheed Martin, fügte hinzu: „Der Aufbau einer ATACMS-Co-Produktion in Deutschland ist ein starkes Signal für die europäische Verteidigungsindustrie und die Resilienz der NATO. Die Partnerschaft verbindet bewährte US-Technologie mit europäischer Produktionsstärke, schafft industrielle Wertschöpfung in Deutschland und erweitert die Kapazitäten, die Verbündete angesichts wachsender Sicherheitsanforderungen benötigen.“

Und Armin Papperger, CEO der Rheinmetall AG, ergänzte: „Gemeinsam mit unseren Freunden von Lockheed Martin schaffen wir nun in Deutschland die industrielle Basis für moderne Verteidigungssysteme, die von den Streitkräften Europas stark nachgefragt werden. Mit dem Aufbau der ATACMS-Produktion am Rheinmetall-Standort Unterlüß schaffen wir neue Fähigkeiten für Deutschland und Europa, sichern die Versorgung unserer Kunden und stärken unsere verteidigungspolitische Autonomie. Wir sind dankbar, dass Rheinmetall ausgewählt wurde, die weltweit erste und einzige Produktionsstätte für ATACMS-Lenkflugkörper außerhalb der Vereinigten Staaten aufzubauen und zu betreiben.“

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Co-Produktion soll Abschreckung und Wirtschaft stärken

Der Standort Unterlüß von Rheinmetall wurde vor mehr als 125 Jahren in Betrieb genommen und zählt zu den wichtigsten Standorten des Unternehmens. Insgesamt arbeiten dort rund 4.000 Beschäftigte. Zu den Kernkompetenzen zählen laut Rheinmetall die Produktion von Waffensystemen und Munition sowie die Entwicklung, Herstellung und Instandhaltung von Kettenfahrzeugen. Im vergangenen Jahr wurde dort das „Werk Niedersachsen“ für Artilleriemunition in Betrieb genommen. Eine Fabrik für Raketenmotoren steht derzeit kurz vor der Fertigstellung. Die Produktion von Raketenmotoren und Komponenten für Lenkflugkörper soll bereits 2027 beginnen.

Die Co-Produktion von ATACMS-Raketen in Europa stärkt den beiden Partnern zufolge die Abschreckungsfähigkeit der Verbündeten sowie die Wirtschaft auf beiden Seiten des Atlantiks. ATACMS habe seine operative Wirksamkeit, Präzision und Zuverlässigkeit über Jahrzehnte in hochintensiven Konflikten unter Beweis gestellt. Angesichts der hohen weltweiten Nachfrage werde Lockheed Martin seine bestehende Produktionslinie in Camden, Arkansas, weiter betreiben, bis der Übergang abgeschlossen ist. Die Vereinbarung unterstreiche Lockheed Martins Engagement für Europa und den Aufbau langfristiger Co-Produktion mit europäischer Industrie.

Redaktion/sab