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Die australische Regierung hat heute angekündigt, bis zu 800 Millionen australische Dollar in die Beschaffung einer neuen Flotte von Amphibienfahrzeugen und Landungsbooten aus heimischer Produktion zu investieren. Ziel sei ein sicherer und schneller Truppentransport von See ans Land.

Das Army Littoral Manoeuvre – Light Projekt, LAND 8710 Phase 1 soll die amphibischen Fähigkeiten der australischen Streitkräfte auf ein neues Niveau heben. Geplant sind zwei separate Flotten. Mit ihnen sollen dann die neuen Wasserfahrzeuge unabhängige Land-zu-Land-, Schiff-zu-Land- und Over-the-Shore-Fähigkeiten bieten. Dadurch sollen Operationen von Land- und Infanteriekräften effektiver und schneller in küstennahen und flussnahen Einsatzräumen unterstützt werden. Die ersten Systeme sollen bereits 2026 zulaufen.

Im Rahmen des Projekts wird ein unabhängiges Landungsboot (Independent Landing Craft) geliefert werden, dass die vorhandenen LCM-8-Boote der australischen Streitkräfte ersetzen soll. Gemäß der Ankündigung wird bei dem Vorhaben ein besonderer Stellenwert auf die Beteiligung der heimischen Industrie gelegt. So sollen nach Möglichkeit, der Bau, die detaillierte Konstruktion sowie die Wartung des Projekts in Australien erfolgen.

Australien nutzt derzeit 15 Boote der LCM-8-Klasse. Diese haben eine maximale Verdrängung von 120 Tonnen und sind 22,4 Meter lang, 6,4 Meter breit und besitzen einen Tiefgang von bis zu 1,6 Metern. Die Geschwindigkeit wird mit zwölf Knoten (22,2 km/h) und die Reichweite mit 500 nautischen Meilen (926 km) angegeben. Die Besatzung besteht aus fünf Soldaten und die Bewaffnung umfasst mehrere schwere Maschinengewehre. Australien hat in den 1990er-Jahren einige Boote ins Ausland verkauft und die verbliebenen 15 Systeme auf den Standard Mk II modernisiert. Dabei wurden vor allem neue Antriebe installiert. Zusätzlich zu diesen Booten nutzt Australien auch 5-Meter-Assault-Boote, die zwölf Soldaten oder bis zu 1.200 kg Nutzlast aufnehmen können.

Außerdem wird ein Amphibienfahrzeug als Ersatz für das derzeitige LARC-V des Heeres gesucht. Auch bei diesem Vorhaben wird der Fokus auf die Beteiligung der australischen Industrie gelegt. Die LARC-V 4×4 stammen aus ehemaligen US-Beständen. Das Fahrzeug ist 10,07 Meter lang, 3,05 Meter breit, und hat an Land eine Bodenfreiheit von 40 cm. Das Leergewicht beträgt 9,5 Tonnen, das Maximalgewicht etwa 14 Tonnen. Im amphibischen Modus kann es eine maximale Nutzlast von 4,5 Tonnen aufnehmen. Das Fahrzeug hat eine Landgeschwindigkeit von bis zu 48,2 km/h, im Wasser können bis zu 13,9 km/h erreicht werden. Die Reichweite wird mit maximal 400 km angegeben, im Wasser bei voller Beladung können immerhin bis zu 56 km (65 km unbeladen) überbrückt werden.

André Forkert