Nach der Entwicklung der weltweit ersten selbstleuchtenden Armbanduhr im Jahr 1989 führte die kurz darauf vorgestellte P6500 Type 6 zur Gründung der Marke traser. Als erste hauseigene Uhr der mb-microtec erfüllte sie die MIL-W-46374F-Spezifikationen der U.S. Army und begleitete seither internationale Eliteeinheiten, darunter die Navy SEALs, weltweit bei ihren Missionen. Jetzt lässt traser „The Original“ wieder aufleben und präsentiert die neue P65 Tactical Mission.
Die Erfolgsgeschichte der P6500 Type 6 begann bereits drei Jahrzehnte vor ihrer erstmaligen Vorstellung. Nach intensiver Forschungsarbeit war es dem Schweizer Physiker Oskar Thüler im Jahr 1969 gelungen, mithilfe von Tritiumgas feine Glaskapillaren vollkommen ohne externe Energiezufuhr über 25 Jahre hinweg zum Leuchten zu bringen. Ein absolutes Novum und die Geburtsstunde der mb-microtec mit ihrer Selbstleuchttechnologie trigalight.

Die Anforderungen der U.S. Army
Unmittelbar danach begannen Oskar Thüler und die mb-microtec an der Anwendung der Technologie in einer Armbanduhr zu arbeiten – und präsentierten erste Konzepte bereits in den späten 1970er Jahren. Als das US-Verteidigungsministerium im Jahr 1989 die Verwendung von versiegelten Tritiumgaslichtquellen (GTLS) in seinen offiziellen Dienstuhren vorschrieb, kam erstmalig die trigalight-Technologie in einer Armbanduhr zum Einsatz.
Kurz darauf folgte die Entwicklung und Vorstellung einer hauseigenen selbstleuchtenden Uhr: Die P6500 Type 6, welche die MIL-W-46374F-Spezifikation der U.S. Army erfüllte und die Marke traser swiss H3 watches begründete. Gemäß dem Anforderungskatalog zeichnete sich die erste traser nicht nur durch einwandfreie Ablesbarkeit aus, sondern verfügte auch über ein zuverlässiges, wartungsarmes Quarzwerk sowie ein leichtes und zugleich robustes Gehäuse. Außerdem musste das Messinstrument strengen Anforderungen an Höhentauglichkeit und Wasserdichtheit gerecht werden.
Zwei Varianten – eine Mission
Die neue P65 Tactical Mission ist in zwei unterschiedlichen Ausführungen verfügbar: Die Variante mit einem mattschwarzen kohlefaserverstärkten Polymergehäuse und Stahlboden folgt konsequent der MIL-W-Spezifkation der U.S. Army: „the case shall be fabricated of acetal plastic material, or of corrosion resistant steel.“ Der Spezialkunststoff sorgt für ein minimales Gewicht und absorbiert effektiv äußere Einwirkungen wie Stöße und Stürze. In späteren Ausführungen der P6500 Type 6 setzte traser zunehmend auf den High-Tech-Werkstoff Titan für erhöhte Widerstandsfähigkeit und Korrosionsbeständigkeit bei einem ebenfalls geringen Gewicht.
Entsprechend ist auch die neue P65 Tactical Mission mit einem Reintitangehäuse verfügbar. Dank einer verschraubten Krone wird eine Wasserdichtheit bis 20 bar erreicht. Träger können bei beiden Ausführungen aus mehreren Armbandoptionen wählen: So fixiert entweder ein Textilstrap in Schwarz oder mit grauem Camouflagemuster die P65 Tactical Mission am Handgelenk, oder ein schwarzes Kautschukband. Zudem ist die Uhr auch als Voll-Titan-Variante mit Titanband samt Faltschließe erhältlich.
Die P65 Tactical Mission im Trageversuch
Für diesen Beitrag stellte traser Soldat & Technik die Titanversion zur Verfügung. Sie kommt in einer soliden Box, die beim ersten Blick auf den Inhalt nach dem Aufklappen gleich den Eindruck eines Klassikers vermittelt, verstärkt durch das solide Gefühl beim Herausnehmen der Uhr. Das Titanband versetzt den mittlerweile an verstellbare Kunststofftypen gewohnten Tester unmittelbar zurück in seine Jugendjahre der 1980er – auch, weil seine Kombination aus großen Händen und eher dürren Armen zunächst etwas Anpassung erfordert.

Wer es mit dem Schweizer Nationalhelden Wilhelm Tell hält, demzufolge die Axt im Haus den Zimmermann erspart, kann dies mit dem eigenen Set aus Bandhalteklotz, Stiftausschläger und Uhrmacherhammer selbst vornehmen. Andernfalls entfernt der Uhrmacher um die Ecke innerhalb weniger Minuten in diesem Fall zwei Titanglieder zum schmalen Preis von zehn Euro. Danach sitzt das Band mit genau der richtigen Mischung aus Spiel und Festigkeit am Handgelenk, ohne dass auch noch die Feineinstellung an der Faltschließe angefasst werden muss.
Kein überflüssiger Schnickschnack
Die Schließe selbst kombiniert eine leicht per Daumen und Zeigefinger zu bedienende beidseitige Federsperre mit einer Sicherungslasche, deren blindes Öffnen der entwöhnte Tester erst wieder erlernen muss. Im mehrwöchigen Trageversuch tut die P65 dann exakt das, was man von einer guten Armbanduhr erwartet: Man vergisst, dass sie da ist, bis man nach der Zeit schaut – dann zeigt sie diese zuverlässig an. In beiden Fällen gilt, dass nichts Überflüssiges stört. Weder ist sie bei aller Robustheit unangenehm klobig noch, dank Titanmaterial, schwer.
Auch sonst verzichtet die P65 auf allen ablenkenden Schnickschnack: Kein automatisches Einstellen per Funksignal (was am Wohnort Berlin des Testers nach dessen Erfahrung ohnehin mäßig funktioniert), keine Wecker- oder Stoppuhrfunktion, keine endlosen Optionen für Zeitzonen oder Sommer- und Winterzeit mit dem üblichen Gefummel an diversen Druckknopfkombinationen. Diese Uhr zeigt die Uhrzeit und das Datum an, und das auch ohne Funksignal mit der sprichwörtlichen Präzision eines Schweizer Uhrwerks – fertig.
Auf die gute altmodische Art
Bei Bedarf kann man mit der drehbaren Lünette eine abweichende Lokalzeit manuell einstellen und natürlich wie bei allen analogen Uhren nach Sonnen- und Zeigerstand die Himmelsrichtungen bestimmen. Auch das Justieren von Uhrzeit und Datum erfolgt auf gute altmodische Art durch Herausziehen und Drehen einer seitlichen Krone. Selbst bei vorsichtigem Ziehen rastet diese allerdings zumeist gleich in der äußersten Stellung ein, was den Sekundenzeiger stoppt und das Verstellen von Stunden- und Minutenzeiger ermöglicht.

Insofern führt der Weg zur Datumseinstellung in mittlerer Position der Krone meist auch über die Kontrolle der Zeiteinstellung. Weiterer Lerneffekt zu vergessenem Wissen: Der Tag hat 24 Stunden, und stellt man die Uhrzeit über die Zwölf-Stunden-Grenze hinweg ein, springt natürlich künftig die Datumsanzeige zur Mittagsstunde um. Vorteil der kombinierten Eigenschaften der P65 allerdings: Hat man sie einmal korrekt auf seine Zeitzone eingestellt, kann man das zukünftig getrost wieder vergessen.
Dem Original treu
Von der ergonomisch profilierten und beidseitig drehbaren Lünette über das Gehäuse mit markantem Flanken- und Kronenschutz bis zum seidenmatten Zifferblatt steht die P65 Tactical Mission ganz im Zeichen ihres historischen Vorbilds. Sämtliche Skalierungen – darunter die arabischen Ziffern mit Toolwatch-typischer 24-Stunden-Skala – treten kontrastreich in Weiß hervor. Wie bei „The Original“ sind die Zeiger mit langgezogener Spitze, die Stundenmarkierungen von 1 bis 11 Uhr und das Insert in der Lünette mit grünen trigalight-Selbstleuchtelementen bestückt.
Der Zwölf-Uhr-Index tritt bei Dunkelheit orange hervor und gewährleistet eine sichere Ausrichtung der Uhr. Die Datumsanzeige bei drei Uhr vervollständigt originalgetreu die Zifferblattgestaltung. Damals wie heute gewährleistet das Gehäuse mit einem Durchmesser von 43 Millimetern einen den Schutz des Schweizer Quarzwerks – nun allerdings in Kombination mit kratzfestem und entspiegeltem Saphirglas. Die P65 Tactical Mission ist erhältlich auf traser.com.
Redaktion/sab












