ZALA Aero – Russischer Hersteller stellt Drohne mit Hybridantrieb vor

Kristóf Nagy

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Der russische Drohnenhersteller ZALA Aero hat eine Drohne – Typenbezeichnung 421-16E5G – entwickelt, welche mit einem Hybridantrieb, aus einem kombinierten Elektro- und einen Verbrennungsmotor, angetrieben wird. Laut Herstellerangaben ist dies in dieser UAV Klasse bis jetzt weltweit einzigartig.

Die ZALA Aero ist ein 2003 gegründetes Unternehmen der Kalaschnikow Gruppe mit Sitz in Ischewsk, welches sich auf die Entwicklung und Produktion von unbemannten luftfahrtzeugen spezialisiert hat. Seit 2006 hat sich der ZALA zu einem etablierten Hersteller von Drohnen für die russischen Streitkräfte und das russische Innenministerium, aber auch für zivile Anwendungen wie z.B. bei der Inspektion von Pipelines entwickelt.

Mit der 421-16E5G Drohne verfolgt ZALA das Ziel eine möglichst lange Flugdauer zu ermöglichen. Das System, mit einer Spannweite von 465 cm, wird dabei mit Hilfe eines pneumatischen Katapultes von einem einfachen Anhänger gestartet und soll eine Flugdauer von bis zu zwölf Stunden ermöglichen, wobei bei der Erprobung sogar bis zu 16 Stunden erreicht worden sein sollen. Die Landung erfolgt am Fallschirm durch die Nutzung eines zusätzlichen Airbags. Als Flugdistanz werden bis zu 1200 km angegeben, wobei die verschlüsselte Telemetrieverbindung die maximale Entfernung vom Leitstand auf etwa 100 km limitiert.

Die Drohne ist zudem recht unempfindlich gegen Witterungseinflüsse und ermöglicht Flüge bis zu Windgeschwindigkeiten von 15 m/s und im Temperaturbereich zwischen -40°С und +50°С. Erzielt wird die Reichweite durch einen sequentiellen Antrieb bei dem der Verbrennungsmotor als Generator dient und der Hauptantrieb elektrisch erfolgt. Eine Pufferbatterie ermöglicht dabei die Versorgung des Elektromotors und der anderen Verbraucher, wie z.B. der mitgeführten Sensoren, auch wenn der Verbrennungsmotor abgeschaltet ist. Das vollständige Laden der Batterie kann im Flug innerhalb von durchschnittlich zwei Stunden erfolgen.

Durch die Auslegung als Hybridantrieb ist die 421-16E5G überaus leise und kann zudem zahlreiche elektrische Verbraucher bedienen ohne eine schwere Batterie für die gesamte Flug- und Betriebszeit mitführen zu müssen. Als Sensoren stehen im Bug eine HD Wärmebild- sowie eine Full HD Videokamera mit 60-facher Vergrößerung zur Verfügung. Neben der offenkundigen Nutzung zur Überwachung von Räumen, der Zieldetektion und Feuerleitung kann durch die robuste Energieversorgung, sowie einer zusätzlichen Payload von zehn kg das Nutzungsprofil erweitert werden. So wirbt der Hersteller mit der Option die 421-16E5G als Kommunikationsrelais oder zur Überwachung von Mobilfunknetzen und Funkverkehr bzw. als Träger von Mitteln der elektronischen Kampfführung zu verwenden.

Die Serienfertigung hat laut ZALA Aero bereits begonnen. Der Hersteller hält sich bezüglich der Identität des ersten Auftraggebers bedeckt, es ist aber aus Branchenkreisen zu hören, dass die initiale Bestellung aus dem Nahen Osten gekommen sei.

Kristóf Nagy