Beretta Defense Technologies (BDT), die Dachgesellschaft der zu dem italienischen Waffenhersteller gehörenden Unternehmen, hat einen automatischen Drohnenabwehrturm mit acht Schrotflinten vom Typ Benelli Drone Guardian vorgestellt. Diese wurden in die Waffenstation LIVET des gleichfalls aus Italien stammenden Elektronikhersteller Dualee integriert. Das System soll erstmals auf der diesjährigen Rüstungsmesse Eurosatory vom 15. bis 19. Juni in Paris gezeigt werden.
Bei der Benelli Drone Guardian handelt es sich um eine auf die Drohnenbekämpfung optimierte Version der Selbstladeflinte Benelli M4, die bereits sauf der Enforce Tac 2025 präsentiert wurde. Diese ist mit einer „Advanced Impact“ – kurz A.I. genannten – Lauftechnologie ausgestattet. Eine größerer und längerer Kegel sowie ein neuer Choke sollen die Schrotgarbe besser beschleunigen und ihr zu höherer Reichweite und höherer Durchschlagskraft verhelfen. So sollen Zielbekämpfungen sicher auf bis zu 50 Meter und im Extremfall auf bis zu 100 Meter möglich sein.

Beretta kombiniert Benelli mit Norma und Steiner
Es stehen zwei Lauflängen – 18,5 Zoll und 26 Zoll – zur Verfügung. Die verlängerte Magazinröhre nimmt sieben normale 12/70er oder sechs Magnum-Schrotpatronen auf. Die ausschließlich für Streitkräfte und Behörden erwerbbare Munition Norma AD-LER (Anti-Drone Long Effective Range) arbeitet als Buckshot-Ladung mit Wolfram-Pellets. Sie kommt auf eine Geschwindigkeit von 405 m/s und eine Reichweite von bis zu 100 Metern. Zur Drone Guardian gehört desweiteren ein Steiner-Rotpunktvisier, dessen Visierlinie auf der mechanischen Ghost-Ring-Visierung abgestimmt ist.
Sowohl Steiner Optics als auch Norma gehören ebenfalls zu BDT-Unternehmensgruppe. Für den Einsatz auf dem LIVET-Turm ist eine optische Visierung natürlich nicht erforderlich. Vielmehr soll die Waffenstation Drohnen sensor- und software-gesteuert automatisch erkennen, verfolgen und bekämpfen. Laut Beretta könnte das System sowohl auf Fahrzeugen als auch für den Schutz ortsfester Einrichtungen zum Einsatz kommen. Die Lösung mit Schrotflinten ist vermutlich nicht so vielseitig wie ein Turm mit Maschinengewehren, könnte aber insbesondere munitionsseitig kostengünstiger sein.
Stefan Axel Boes












