Nano-Drohnen – U.S. Army bestellt weitere Black Hornet 3

André Forkert

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Die U.S. Army beschafft zusätzliche Nano-Drohnen des Typs Black Hornet 3 Personal Reconnaissance Systems (PRS) im Wert von 15,4 Millionen US-Dollar (etwa 12,81 Mio. €). Ein entsprechender Auftrag ist jüngst an den Hersteller FLIR Systems gegangen, wie das Unternehmen gestern mitgeteilt hat.

Die unbemannten Nano-Luftfahrzeuge (UAVs) werden zur Erweiterung der Überwachungs- und Aufklärungsfähigkeiten von Trupps und kleinen Einheiten im Rahmen des Soldier Borne Sensor (SBS)-Programms der Army eingesetzt. Der Black Hornet wird von FLIR in Norwegen entwickelt und gebaut. Die Auslieferungen an die U.S. Army sollen Mitte 2021 beginnen.

Ende 2018 beschaffte die U.S. Army erstmals die Black Hornet 3 zur Unterstützung des SBS-Programms. Seitdem hat das US-Heer Lieferaufträge in einem Gesamtwert von mehr als 85 Millionen US-Dollar (rund 70,71 Mio. €) für das FLIR Nano-UAV erteilt. Die Black Hornet 3 ist eine Weiterentwicklung der PD-100 und verfügt über eine neu gestaltete Nano-UAV-Plattform, die im Gegensatz zu früheren Versionen auf Modularität setzt und über austauschbare Batterieeinheiten, Rotationsnaben und Flügel verfügt sowie das Tragen verschiedener Missionsnutzlasten ermöglicht. Die Black Hornet 3 ist in der Lage, zwei separate Nutzlasten einzusetzen. Eine Tag-EO-Kamera mit zwei EO-Kameras und einer Nachtbildkamera, die aus einer fusionierten Wärmebild- und EO-Kamera besteht. Die Tag-EO-Nutzlast erfasst 640 × 480 Px Videos und 1.600 × 1.200 HD-Fotos, während die Nachtoptik TI 160 × 120 Px Videos und 160 × 120 Px Fotos erfasst.

Die Black Hornet ist extrem klein (Länge 166 mm, Rotordurchmesser 123 mm), leicht (33 Gramm pro Fluggerät) und nahezu geräuschlos. Daher kann sehr gut auch auf kurze Entfernungen und in urbanen Missionen eingesetzt werden. Jede Drohne bietet eine Flugzeit von bis zu 25 Minuten, pro System verfügt der Nutzer über zwei UAVs. Die Drohnen übertragen Live-Videos und HD-Standbilder an den Bediener, dank IR-Kamera auch bei Dunkelheit. So trägt das Black Hornet System zu einem schnellen und vollständigen Lagebild bei. Sie kann eine Flughöhe von bis zu 1.000 m erreichen und auf Entfernungen von bis zu zwei Kilometern eingesetzt werden. Die maximale Fluggeschwindigkeit beträgt 34,6 km/h. Das UAV kann sogar bei stärkeren Winden von bis zu 37 km/h eingesetzt werden. Das gesamte System, inklusive der beiden Drohne, Ladeschale, Tablet zur Steuerung und Anzeige der Aufnahmen, etc. wiegt weniger als 1,5 kg. Bisher hat FLIR bereits mehr als 12.000 Black Hornet Nano-UAVs an militärische und polizeiliche Sicherheitskräfte weltweit geliefert. Zu den Nutzern der Vorgängerversion PD-100 in Deutschland gehört das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr sowie die GSG9 der Bundespolizei. Bekannte Nutzer der Black Hornet 3 sind neben den USA auch Frankreich und Großbritannien.

André Forkert