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Die Bundeswehr beschafft Spezialkabel im Wert von etwa 900.000 Euro für die Anbindung von so genannten Sprechsätzen mit Gehörschutzfunktion an die unterschiedlichen Funkgeräte der Bundeswehr, wie aus einer jüngst auf der Vergabeplattform TED veröffentlichten Meldung hervorgeht.

Demnach wurde 3M Deutschland bereits Anfang April mit der Herstellung und Lieferung dieser Spezialkabel unterschiedlichen Typs beauftragt. Informationen der S&T zufolge soll ein Teil der Kabel bereits ausgeliefert worden sein, die restliche Auslieferung soll dem Vernehmen nach noch 2021 erfolgen.

Die Beschaffung der Kabel ist notwendig, um die im Vorfeld georderten Aktivsprechsätze, von denen die Bundeswehr seit 2019 insgesamt 12.000 Sätze des ComTac XPI in Auftrag gegeben hat, an die jeweilige spezifische Funkausrüstung anschließen zu können. Die ComTac XPI Sprechsätze können über den mitgelieferten Push-to-Talk mittels der speziellen Kabel an das jeweilige Funkgerät angeschlossen werden und so eine Kommunikation sicherstellen. Bei der Beschaffung der Sprechsätze wurden aber ausschließlich Verbindungskabel für den Anschluss an SEM 52 SL Funkgeräte beschafft.

Die nun georderten Kabel unterschiedlichen Typs erlauben den Anschluss an weitere Funkgeräte, darunter SEM 52 S, SEM 70/80/90, Tetrapol, PRC/MBITER und Fahrzeugborverständigungsanlagen des Typs SOTAS (Puma/Boxer).

Der ComTac XPI Sprechsatz erfüllt mehrere taktische Aufgaben. Durch Integration von Außenmikrofonen wird die Wahrnehmung von Umgebungsgeräuschen und Signalen auch unter Gehörschutz ermöglicht. Das System verfügt über eine Dämmung von 28 db und kann ohne Einbuße der Funkkommunikation in Verbindung mit dem 3M EAR Classic II auf ein Schutzniveau 39 db aufgewertet werden. Das Situationsbewusstsein bleibt somit erhalten. Dennoch wird die Kommunikation im Trupp verbessert, da der Soldat jegliches Umgebungsgeräusch wahrnehmen und bei Bedarf verstärken kann.

Waldemar Geiger