StartEnforce TacIWI Arbel: Viel Interesse an Zielhilfssystem auf Enforce Tac

IWI Arbel: Viel Interesse an Zielhilfssystem auf Enforce Tac

Auf der gestern zu Ende gegangenen Sicherheits- und Verteidigungsmesse Enforce Tac 2026 präsentierte die israelische SK Group die Produkte ihrer Unternehmen Israel Weapon Industries (IWI) und Meprolight am Stand des deutschen Vertriebspartners Messer Waffenhandel aus Offenbach. Während IWI der Hersteller von Waffenklassikern wie der Maschinenpistole Uzi, den Gewehren der Galil- und Tavor-Familie, des leichten Maschinengewehrs Negev und der Pistole Desert Eagle ist, bietet Meprolight Zieloptiken an.

Besonderes Interesse fand vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedrohung durch Drohnen auf allen Ebenen IWIs Zielassistenzsystem Arbel. Dieses wurde tatsächlich nicht speziell für diesen Zweck entwickelt und ist auch kein computerisiertes Feuerleitvisier wie das ebenfalls aus Israel stammende SMASH X4 von Smart Shooter, das mittlerweile bei der Bundeswehr eingeführt wird. Vielmehr handelt es sich um ein System, das die Bewegungen der Waffe verfolgt, quasi die Absicht des Schützen erkennt und Schießfehler ausgleicht, indem es bei gedrücktem Abzug Folgeschüsse im optimalen Moment auslöst.

S&T-Redakteur Stefan Axel Boes (r.) auf der Enforce Tac im Gespräch mit Semion, Direktor Europa der SK Group.
S&T-Redakteur Stefan Axel Boes (r.) auf der Enforce Tac im Gespräch mit Semion, Direktor Europa der SK Group. (Foto: MRV)

IWI Arbel kompensiert stressbedingte Fehler

Arbel kommt in Form eines kompletten Pistolengriffs samt Abzugsgruppe mit einer zusätzlichen Position des Sicherungshebels und untenliegender Bewegungssensoreinheit, der an einem Gewehr – zunächst der Typen AR-15, Tavor, Arad oder Carmel von IWI -montiert wird. Auf die verwendeten Optiken kommt es dabei nicht an. Arbel kompensiert bei entsprecheder Stellung des Sicherungshebels lediglich stressbedingte Fehler wie Zittern, Schwanken oder Verkanten der Waffe, wenn der Schütze nach einem ersten Schuss den Abzug gedrückt hält.

Dieser kann, muss aber nicht von dieser Funktion Gebrauch machen – lässt er den Abzug los, arbeitet die Waffe wie gewohnt weiter. Das ist auch der Fall, wenn die Batterie des Systems nach bis zu 50 Betriebsstunden erschöpft sein sollte. Der zusätzliche Ausbildungsbedarf beschränkt sich daher im Wesentlichen darauf, den Abzug bei Bedarf gedrückt zu halten. Nach Angaben von IWI erhöht dies aber die Effektivität gerade bei der Bekämpfung kleiner, schnellbeweglicher Ziele wie Drohnen erheblich.

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Meprolight zeigt neue Optiken und Laserzielgerät

Diese sind allerdings nur ein mittlerweile aufgrund der Kriege in der Ukraine, aber auch in Gaza vielzitiertes Beispiel. Laut IWI trafen Einzelschützen mit dem System Drohnen bei Tageslicht auf 250, bei Nacht mit Wärmebildgeräten auf 150 Meter Entfernung. Auch auf die Art des Ziels kommt es jedoch letztlich bei dessen Funktion nicht an. Bei leichten Maschinengewehren wie dem Negev wird die Feuergeschwindigkeit von den üblichen 600 bis 700 auf 200 bis 300 Schuss pro Minute herabsetzt. Die Effektivität soll dabei durch die präzisere Abgabe der einzelnen Schüsse mit weniger Munitionsverbrauch gleich bleiben.

Neben IWI stellte auch die Schwesterfirma Meprolight aktuelle Produkte auf der Enforce Tac vor. Dazu gehörten die variablen Zielfernrohre der MVO-Familie in den Varianten 1-8 x 28 für dynamische Situationen im Nah- bis Mittelbereich, 3-18 x 44 für taktische oder Wettkampf-Einsätze auf mittlere Entfernung und 6-36 x 56 für Präzisionsschüsse auf extreme Distanz. Neu ist auch das Laser-Zielgerät Sting Lumina, das jeweils einen grünen, roten und infraroten Laser mit einem IR-Beleuchter verbindet.

Stefan Axel Boes