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Am Mittwoch, den 28. Oktober, hat der Deutsche Bundestag – vertreten durch den Haushaltsausschuss und den Verteidigungsausschuss – die 25-Millionen-Euro-Vorlage „Ergänzungsbeschaffung von Funkgeräten PRC-117G einschließlich Equipment“ gebilligt, dies erfuhr Soldat & Technik aus gut informierten Kreisen. Insgesamt sollen für ca. 91 Millionen Euro über 900 Funkgeräte samt Equipment beschafft werden.

Nach der positiven Entscheidung wird jetzt eine zeitnahe Vertragsunterzeichnung mit JK Defence & Security Products GmbH, dem deutschen Vertreter des US-Herstellers L3Harris, erwartet. Bei den nun zur Beschaffung gebilligten Geräten handelt es sich um eine Ergänzungsbeschaffung.

Das L3Harris Funkgerät AN/PRC-117 in den Versionen „F“ und „G“ sind bereits seit geraumer Zeit in der Bundeswehr – in den Spezialkräften sowie bei den Forward Air Controllern (FAC) und Joint Terminal Attack Controller (JTAC) im Bereich der streitkräftegemeinsamen taktische Feuerunterstützung (STF) – in Nutzung. In diesen Bereichen wurde das AN/PRC-117 F/G (Falcon III) für die Kommunikation mit den Luftfahrzeugen oder zur multinationalen Anbindung an die US-Streitkräfte genutzt.

PRC-117G

Dieses Einkanalfunkgerät PRC-117G bietet NATO SATURN (Second Generation Anti-Jam UHF Radio for NATO) als leistungsfähige und eingeführte (STANAG) Ground-Air-Ground Wellenform. Im Frequenzbereich von 30MHz bis 2GHz sind zudem unterschiedliche Übertragungsverfahren, wie etwa auch die MANET Wellenform ANW2C möglich. Der Zugriff auf US-Satelliten ist nach wie vor nur mit den eingeführten PRC-117G möglich. Die Type-1-Verschlüsselung erlaubt zudem die sichere Interoperabilität mit US-Luftfahrzeugen, beispielsweise für Luftnahunterstützung (CAS) durch den JTAC.

Mit dem PRC-117G verfügt die Bundeswehr über ein hochmodernes taktisches Funkgerät, welches aktuell im Wesentlichen für den Zugriff auf DAMA-Satcom und SATURN genutzt wird. (Foto: L3Harris)

Das PRC-117G beinhaltet unter anderem die Suite B / NINE Kryptierung sowie die Sierra II Kryptierung mit der Sprache und Daten bis zu TOP SECRET übertragen werden können. Außerdem ist militärisches SAASM GPS integriert, dieses verbessert das eigene Lagebild durch robuste Positionsbestimmung und kann die eigene Position als Friendly Force Position Location Information übertragen. Im Schmalband wird mit einer Leistung von 10 W übertragen im SATCOM mit 20 W und im Highband mit durchschnittlich 5 W und maximal 20 W. Das Gewicht liegt bei 5,44 kg inklusive der Batterie.

Mobiles Ad-Hoc-Netzwerk – MANET

Hierbei stellt jedes Gerät an sich bereits einen Weiterleiter der Kommunikation dar. Jedes Funkgerät ist also sowohl Sender als auch Empfänger. Daten würden dementsprechend von Gerät zu Gerät „hoppen“ (= multihop), bis sie beim designierten Empfänger ankommen. Diese Netze gelten als sehr ausfallsicher, da sie nicht auf direkte Verbindungen zwischen Sender und Empfänger angewiesen sind.

Grundsätzlicher Hinweis

  • MANET geht immer zu Lasten der für den Nutzer verfügbaren Datenrate
  • Jedes Relais reduziert die Kanalkapazität: das erste Relais reduziert die Kanalkapazität effektiv um die Hälfte, zwei Relais und es wird auf ein Drittel reduziert, etc. Das ist der MANET Trade-off
  • Folglich machen schmalbandige Wellenformen (25kHz) hier wenig Sinn – mehr als ein Hop geht kaum.
  • L3Harris setzt daher auch breitbandigere Verfahren (ab 1,25MHz) um Nutzerdatenrate, Sprache und MANET-Betrieb in praxisgerechten Einklang zu bringen

André Forkert