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Die estnischen Streitkräfte modernisieren derzeit weiter ihren Handwaffenbestand. So hat das Spezialkräftekommando bekannt gegeben, im Jahr 2021 seine Kommandos neu zu bewaffnen. Beschafft wurden neue Sturmgewehre und Pistolen. Darüber hinaus wurde für die reguläre Truppe ein neues Standardsturmgewehr ausgewählt und ein in Kürze beginnendes Auswahlverfahren für ein neues Universalmaschinengewehr angekündigt.

Als Standard-Langwaffe wird bei dem Erioperatsioonide väejuhatus künftig eine Version des HK416 von Heckler & Koch im Kaliber 5,56 mm x 45 geführt. Die im Farbton RAL8000 gehaltene Waffe ist mit einem langen gewichtsoptimierten Handschutz mit MIL-STD 1913-Schienen und HKey-Schnittstellen ausgestattet. Ähnlich wie das deutsche Sturmgewehr Spezialkräfte leicht G95K (ein HK416A7) verfügt es über den beidseitig bedienbaren Sicherungshebel mit dem 45-Grad-Schaltwerg. Serienmäßig ist eine Aimpoint Mircro-T1-Visierung verbaut.

„Das HK416 ist eine Waffe für den Kämpfer“, so Oberstleutnant Margus Kuul, der Kommandeuer der Spezialkräfte. „Treffgenauigkeit, Zuverlässigkeit auch unter schwierigen Bedingungen, leichte Handhabung sowie die Montagemöglichkeit für SOF-typisches Zubehör sind wichtig. Dies führte zu der Auswahl dieser Waffe durch das Spezialkräftekommando.“

Als neue Kurzwaffe kommt bei den Spezialkräften die Glock 19 im Kaliber 9 mm x 19. Die kompakte Kurzwaffe mit Schlagbolzenschloss dient in vielen Spezialkräften weltweit.

Bisher hatten die estnischen Spezialkräfte das Gewehr G36 und die Universal-Selbstladepistole (USP) geführt – beide Waffen stammen von Heckler & Koch und begleiteten die Operators auch im Afghanistan-Einsatz.

Die estnischen Streitkräfte hatten im letzten Jahr bekannt gegeben, als neue querschnittliche Waffe das Sturmgewehr R-20 Rahe einzuführen. Dabei handelt es sich um ein AR-15-System von LMT Defence im Kaliber 5,56mm x 45. Die Waffen laufen derzeit zu, die Umrüstung soll 2022 abgeschlossen sein.

Im März dieses Jahres soll das Auswahlverfahren für ein neues Universalmaschinengewehr im Kaliber 7,62 mm x 51 beginnen. Ab 2022 soll dann die neue Waffe mit einem auf sieben Jahre Dauer angelegten Rahmenvertrag beschafft werden. Derzeit nutzen die estnischen Streitkräfte zwei legendäre Universal-MGs: das einst von Rheinmetall produzierte und aus Bundeswehrbeständen übernommene MG3 sowie das MAG von FN Herstal in Gestalt der Kulspruta Ksp58, die als Rüstungshilfe aus Schweden kam.

Jan-Phillipp Weisswange