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Eric Vidaud, General des französischen Spezialkräftekommandos, hat diese Woche in einer Anhörung vor dem französischen Senat zu Protokoll gegeben, dass die französischen Spezialkräfte einen Bedarf für neue bewaffnungsfähige Drohnen und präzise Wirkmittel in Form von Loitering Munition haben.

Nach übereinstimmenden französischen Medienangaben betonte der General die „Wichtigkeit“ von Drohnen im Zuge von Spezialkräfteeinsätzen, die die französischen Streitkräfte im östlichen Mittelmeerraum und der afrikanischen Sahel-Zone durchführen. Demnach kommen dort von der Nanodrohne bis zu bewaffneten MALE-Drohne unbemannte Luftfahrtsysteme (UAS) unterschiedlichster Größe zum Einsatz. Jedoch, so die Aussage von Vidaud, müssen sowohl aus „qualitativen“ als auch aus „quantitativen“ Gründen immer wieder in diesem Segment die Hilfen der US-Streitkräfte in Anspruch genommen werden. Daher werde Bedarf für zusätzliche Kapazitäten gesehen.

Bereits vor drei Jahren hatte Vidauds Vorgänger beim Spezialkräftekommando den Bedarf für eine bewaffnungsfähige Drohen der MEME-Klasse (Medium Altitude Medium Endurance) gesehen. Eine solche Drohne sollte in mittleren Flughöhen mit einer Reichweite von bis zu 100 Kilometern sowie bis zu sechs Stunden Flugzeit operieren und in der Lage sein, neben unterschiedlicher Aufklärungssensorik auch leichte Effektoren zum Einsatz zu bringen.

Bei der aktuellen Senatsanhörung hat der Kommandeur des Spezialkräftekommandos darüber hinaus erstmals öffentlich Loitering-Munition-Wirkmittel gefordert. Demnach waren offenbar die Auswertungen des Berg-Karabach-Konfliktes ursächlich für die neue Forderung. Als Loitering Munition, im deutschen Sprachgebrauch auch als Kamikaze-Drohnen bekannt, werden Waffen mit Lenkfunktion bezeichnet, die ohne präzise Zielkoordinaten auf Verdacht gestartet werden und im Anschluss längere Zeit über einem Zielgebiet kreisen, bis ein lohnendes Ziel entdeckt und bekämpft wird.

Waldemar Geiger