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eJLTV mit Hybridantrieb vorgestellt

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Der US-Fahrzeughersteller Oshkosh Defense hat in einer virtuellen Pressekonferenz den eJLTV vorgestellt, eine Variante des über 15.000 Mal produzierten Joint Light Tactical Vehicle (JLTV) mit hybriden Antriebsstrang. Ergänzend zum Dieselmotor wurden ein verstärkter Generator, ein Elektromotor und eine Lithium-Ionen-Batterie integriert.

Damit kann das Fahrzeug mit reinem Verbrennerantrieb, reinem Elektroantrieb und als Lieferant für elektrische Energie eingesetzt werden. Nach Angabe von Oshkosh bietet der eJLTV dasselbe Leistungs- und Schutzniveau wie das Basisfahrzeug. Darüber hinaus könne das Fahrzeug nahezu geräuschlos fahren und Beobachtungs-/Aufklärungs- und Kommunikationsmittel lange nutzen, ohne dass der Dieselmotor laufe (silent watch). Dank effizienten Motormanagements könnten trotz leicht erhöhtem Gesamtgewicht mehr als 20 Prozent Dieselkraftstoff eingespart werden.

Bei laufendem Motor kann der eJLTV bis zu 115 kW elektrische Leistung dauerhaft abgeben, unter anderem für die Versorgung externer Verbraucher. Während der Fahrt wird die Batterie mit einer Kapazität von 30 kWh in 30 Minuten vollständig aufgeladen. Eine Batterieladung reicht – je nach Gelände und Fahrgeschwindigkeit – für eine Fahrstrecke zwischen 50 und 100 km bei rein elektrischem Betrieb.

Wegen dieser Konfiguration des Antriebs ist das Fahrzeug auf keine Ladeinfrastruktur angewiesen. Damit entfalle eines der nach wie vor größten Hindernisse für die weit verbreitete Elektrifizierung der taktischen Radfahrzeugflotte darstellt, wie Oshkosh schreibt.

„Seit vielen Jahren entwickeln, testen und verbessern wir hybrid-elektrische Varianten unserer schweren und mittelschweren taktischen Radfahrzeuge“, sagt John Bryant, Executive Vice President der Oshkosh Corporation und Präsident von Oshkosh Defense. „Mit dem eJLTV bieten wir unseren militärischen Kunden jetzt eine erschwingliche Möglichkeit, ihre leichte taktische Radfahrzeugflotte zu elektrifizieren, ohne dabei die im Kampfeinsatz notwendige Geländegängigkeit oder den überlegenen Schutz zu beeinträchtigen.“

Die U.S. Army plant, in diesem Jahr das JLTV-Programm erneut auszuschreiben, berichtet Oshkosh. Im September 2022 solle ein Folgeauftrag für die Produktion erteilt werden. Der Auftrag wird auf 6,5 Milliarden Dollar (5,8 Milliarden Euro) geschätzt und soll die Lieferung von 15.468 JLTV während fünf Jahren umfassen. Als Option soll die Lieferung weiterer JLTV bis 2032 vereinbart werden.

In der Neuausschreibung sei ein hybrid-elektrischer JLTV nicht gefordert, so Bryant. Aber die U.S. Army habe hohes Interesse an elektrisch angetriebenen Gefechtsfahrzeugen. Der modulare Aufbau des JLTV ermögliche die Umrüstung produzierter Fahrzeuge zu eJLTV und damit den kostengünstigen Aufbau einer elektrischen Fahrzeugflotte.

Gerhard Heiming