Während die U.S. Army und das U.S. Special Operations Command (USSOCOM) neue Gewehre und Kaliber wie das M7 in 6,8 mm Common Cartridge und das Mk24 in 6,5 mm Creedmoor einführen, will zumindest letzteres auch den althergebrachten Karabiner M4 in 5,56 x 45 mm NATO weiterentwickeln. So hat das Kommando jüngst unter der Bezeichnung Hypervelocity Improved Carbine (HICAR) eine Ausschreibung für ein M4-Gehäuseoberteil gestartet, aus dem „kommende Hypergeschwindigkeitsmunition“ verschossen werden kann.
Diese Munition wird als M855A1+ bezeichnet, also eine stärker geladene Version der gegenwärtigen Dienstpatrone, die die effektive Kampfentfernung von 300 auf mindestens 600 Meter verdoppeln soll. Durch fortschrittliche Materialanwendung soll diese einen Kammerdruck von 82.000 gegenüber den bisher üblichen 55.000 psi erreichen. In Tests sollen mit dem neuen Gehäuse 600 Schuss vorwiegend mit der stärkeren Munition abgegeben werden.
Vorstellung bei USSOCOM Mitte September
Kürzlich schloss der Munitionshersteller Federal Ammunition bereits eine Vereinbarung mit der U.S. Army zur Nutzung seiner „Peak Alloy“-Hülsentechnologie. Nach Herstellerangaben handelt es sich dabei um eine Legierung aus hochfestem Stahl, die Kammerdrücke von über 80.000 psi ermöglicht. Kommerziell eingeführt wurde diese mit der 2024 entwickelten Laborierung 7 x 61 mm Backcountry. Sie beruht auf der Hülse der ehemaligen amerikanischen Militärpatrone .30-06 Springfield, erreicht aber mit einem Geschossgewicht von zehn Gramm eine Mündungsgeschwindigkeit von 1.000 statt 890 Metern pro Sekunde.
Die Mündungsenergie steigt entsprechend von unter 4.000 auf 5.000 Joule. Auch bei der Patrone 5,56 x 45 mm wäre ein entsprechender Anstieg zu erwarten. Die Vereinbarung zwischen Federal und der U.S. Army sieht die Verwendung von Peak Alloy in Kalibern bis zu .50 BMG (12,7 x 99 mm) vor. Für das HICAR-Programm sollen bis zum 8. Juni Angebote gemacht werden, am 15. und 16. September sollen die Konzepte für das neue Gehäuseoberteil dann bei USSOCOM vorgestellt werden.
Stefan Axel Boes












