Noch bis zum heutigen Samstag läuft in Hamburg die Verteidigungsübung Red Storm Bravo. Unter Führung des Landeskommandos Hamburg üben rund 500 Soldatinnen und Soldaten vom Panzergrenadierlehrbataillon 92 aus Munster, dem Versorgungsbataillon 141 aus Neustadt am Rübenberge, dem Transporthubschrauberregiment 10 aus Fassberg sowie örtlichen Einheiten und Dienststellen die Sicherung von Verlegungen im Hafengebiet. Beteiligt sind unter anderem das Feldjägerregiment 1, die Führungsakademie der Bundeswehr und das Bundeswehrkrankenhaus sowie die Bundeswehruniversität Hamburg.
Nach Red Storm Alpha im vergangenen Jahr ist es die zweite Übung dieser Art. Auch zivile Organisationen wie Polizei, Feuerwehr und Technisches Hilfswerk sind mit zusätzlichen 300 Kräften eingebunden, um die zivil-militärische Zusammenarbeit im Krisenfall zu trainieren. Ebenso weitere örtliche Behörden sowie Privatunternehmen wie Airbus, der Schiffbauer Blohm+Voss und die Hamburger Hafen und Logistik AG. Selbst die regionale Agentur für Arbeit übt, wie sie im Krisenfall zivile Arbeitskräfte für kritische Unternehmen findet.
Simulierte und echte Proteste bei Red Storm Bravo
Das praktische Szenario der Zusammenführung von Kräften und Material für eine schnelle Verlegung ins Baltikum begann in der Nacht zum Freitag mit einer Kolonnenfahrt von rund 70 Bundeswehrfahrzeugen durch die Stadt. Diese wurde unter anderem durch Darsteller einer Übungsblockade behindert. Zur Realitätsnähe der Situation trugen auch echte Proteste linker Gruppen gegen die Übung mit bis zu 600 Beteiligten – allerdings abseits des Geschehens – bei, ebenso wie mindestens eine unbekannte Drohne. Drohnenabwehr und ein Massenanfall von Verletzten bei Blohm+Voss sind weitere Übungsschwerpunkte.
Für heute ist noch eine echte Großdemonstration am Hamburger Hauptbahnhof angekündigt. Im Spannungs- und Verteidigungsfall würde der Hafen der Stadt zu den wichtigen logistischen Knotenpunkten der „Drehscheibe Deutschland“ für Verlegungen und Nachschubtransporte deutscher und verbündeter Streitkräfte an die Ostflanke der NATO gehören. Kürzlich hatte die Bundeswehr im Rahmen der Übungsserie Quadriga bereits die Sicherung echter Truppentransporte nach Litauen über den Hafen Rostock geübt.
Stefan Axel Boes







