Bei der freilaufenden Übung „Marshal Power“ in Bayern ist es zu einem Zwischenfall mit Einsatz von Schusswaffen gekommen. Während 500 Soldaten und 300 zivile Einsatzkräfte nordöstlich von München die Sicherung des rückwärtigen Raums im Bündnisfall trainierten, meldeten Anwohner der Polizei eine Person mit Langwaffe. Die Polizei setzte daraufhin starke Kräfte einschließlich eines Hubschraubers ein.
Bei der Person handelte es sich allerdings um einen Soldaten der Bundeswehr. Dieser nahm wiederum an, dass die Polizeikräfte Teil der Übung seien, und eröffnete das Feuer mit Übungsmunition. Die Polizisten schossen daraufhin mit scharfer Munition zurück und verwundeten den Soldaten leicht. Nach Aufklärung der Situation wurde dieser im Krankenhaus behandelt und anschließend wieder entlassen.
Bundeswehr übt Zusammenarbeit gegen irreguläre Kräfte
Bei „Marshal Power“ üben insbesondere Feldjäger der Bundeswehr seit dem gestrigen Mittwoch noch bis zum 29. Oktober in zwölf bayerischen Landkreisen das Zusammenwirken mit zivilen Blaulichtorganisationen im Krisenfall. Zu den Aufgaben gehört die Sicherung kritischer Infrastruktur wie dem Kernkraftwerk Isar 2, die Bekämpfung illegalen Waffenhandels und die Festsetzung irregulärer Kräfte, das Aufspüren von Waffenlagern, Tatortarbeit und Verkehrslenkung. Die Übung war mit den örtlichen Behörden abgestimmt und öffentlich angekündigt.
Aufgrund der mitgeteilten Umstände des Vorfalls lässt sich vermuten, dass es sich bei dem beteiligten Soldaten um einen „Insurgenten-Darsteller“ handelte, der für Anwohner und Polizei nicht ohne weiteres als Bundeswehrangehöriger erkennbar war, aber selbst in der Annahme einer Übungssituation handelte. Die Polizeikräfte wiederum erkannten offenbar die Übungssituation nicht, obwohl sie theoretisch eingebunden waren. Damit hätte die Übung immerhin die Konfusion realistisch abgebildet, die in einer echten Lage dieser Art mit irregulären Kräften zu erwarten ist.
Stefan Axel Boes








