StartBewaffnungLoitering Munition System FV-014: Erfolgreiche Erprobung

Loitering Munition System FV-014: Erfolgreiche Erprobung

Rheinmetall hat sein neues Loitering Munition System FV-014 erfolgreich einem potentiellen NATO-Kunden vorgeführt. Die Demonstration erfolgte am 18. Februar 2026 am Nationalen Erprobungszentrum für unbemannte Luftfahrtsysteme des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Cochstedt, Sachsen-Anhalt. Im Rahmen der Vorführung simulierte das Loitering Munition System FV-014 verschiedene Einsatzszenarien und Angriffsflüge, wie das Unternehmen am heutigen Donnerstag mitteilte. Für Rheinmetall bedeute die erfolgreiche Erprobung einen weiteren Meilenstein bei seinen Aktivitäten im Bereich der Loitering Munition.

Rheinmetalls Loitering Munition System (LMS) FV-014 ist ausgelegt für den dynamischen Gefechtsfeldeinsatz auf Entfernungen bis zu 100 Kilometern. Das System verbindet laut Hersteller hohe Wirksamkeit gegen gepanzerte und ungepanzerte Ziele mit modernster Sensorik, Netzwerkfähigkeit und Einsatzoptionen auch in GNSS-gestörten Umgebungen.
Das FV-014 sei als echtes LMS konzipiert und vereine Aufklärung und Wirkung in einem System. Es unterstütze taktische Verbände bei der Bekämpfung von Hochwert-Punktzielen, etwa Gefechts-fahrzeugen, Artilleriestellungen oder Führungsmittel, über große Distanzen jenseits der Sichtlinie.

Optimiert für niedrige Signaturen

Das System wird aus einem Startcontainer mittels Booster gestartet, lässt sich aber auch aus einem Multi-Launcher einsetzen. Nach dem Start entfaltet FV-014 seine Klappflügel und wechselt in den aerodynamischen Flug. Das System erreicht eine Einsatzreichweite von bis zu 100 Kilometer bei einer Flugdauer von 70 Minuten. Es ist initial als tragbares System für den Einsatz auf Truppenebene ausgelegt und wird über eine Bodenstation geführt, die eine permanente Human-in-the-loop-Kontrolle ermöglicht. Der Bediener kann Ziele identifizieren, anfliegen, den Angriff auslösen oder die Mission bei veränderten Rahmenbedingungen abbrechen.

Der Flugkörper des FV-014 folgt einem klassischen Flügelkonzept mit elektrischem Antrieb und facettierten Strukturen, um Signaturen zu reduzieren und hohe Anfluggeschwindigkeiten in den Zielraum zu ermöglichen. Das System ist optimiert für niedrige akustische und thermische Signaturen und kann auch in elektromagnetisch anspruchsvollen Szenarien mit gestörter Satellitennavigation eingesetzt werden. Hier gibt es ein Video einer Vorführung des FV-014 LMS im Rheinmetall-Erprobungszentrum Unterlüß.

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Die Loitering Munition FV-014 im Überblick

  • Typ: Loitering Munition/Kamikazedrohne
  • Missionsspektrum: Zielaufklärung, Zielverfolgung, präziser Einzel- oder Schwarmangriff, Einsatz in GNSS-denied Szenarien.
  • Startgewicht: ca. 20 Kilogramm mit sechs Kilogramm Nutzlast.
  • Reichweite: bis zu 100 Kilometer (60 Kilometer Datenlink-Reichweite).
  • Flugdauer: 70 Minuten.
  • Gefechtskopf: ca. fünf Kilogramm HEDP (High-Explosive Dual Purpose) mit Durchschlagsleistung von über 600 mm RHA (Rolled Homogeneous Armor), zugleich wirksam gegen ungepanzerte Ziele und Infrastruktur.
  • Transport- und Startbehälter mit Boosterstart für schnelles Ansetzen.
  • Bedienerstation mit Datenlink für Echtzeit-Lagebilder und Zielzuweisung.
  • Auslegung für Schwarmoperationen zur gleichzeitigen Bekämpfung mehrerer Ziele oder zur Sättigung gegnerischer Schutzsysteme.
  • Perspektivisch in mobilen und skalierbaren Werfer-Konfigurationen auf Fahrzeugplattformen und auch seegehenden Einheiten einsetzbar
  • Elektrischer Motor mit Propeller für leisen Anflug.
  • Auslegung für reduzierbare Radar- und IR-Signatur.
  • Robust gegen GNSS-Störungen, geeignet für den Einsatz im stark umkämpften Luftraum.

Redaktion/sab