Der israelische Spezialist Uvision, ein weltweiter Anbieter intelligenter integrierter Systeme und Loitering Munition, gab am 1. Juni die Einführung von Cortex bekannt – einem neuen System für aktive Gefechtsaufklärung und Missionsmanagement, das speziell zur Unterstützung von Multi-Domain-Operationen der nächsten Generation entwickelt wurde. Diese neue softwaregestützte Plattform vernetzt Sensoren, Entscheidungsfindung und Effektoren zu einem einheitlichen Ökosystem auf dem Gefechtsfeld. Cortex wird erstmals auf der heute beginnenden ILA Berlin (Halle D, Stand Nr. 225) öffentlich zu sehen sein.
Aufbauend auf dem bereits vorgestellten Konzept eines „Common Operating System“ (gemeinsames Betriebssystem) bietet Cortex ein einheitliches, softwaregestütztes Framework, das Sensoren, Entscheidungsprozesse und diverse Effektoren zu einem integrierten Ökosystem auf dem Gefechtsfeld vernetzt. Ziel ist es, den „Sensor-to-Shooter“-Zyklus (die Zeitspanne von der Zielerfassung bis zum Wirkungstreffer) zu verkürzen, die operative Flexibilität zu steigern, die kognitive Belastung der Bediener zu verringern und ein koordiniertes Management über die Domänen Luft, Land und See hinweg zu ermöglichen.
Cortex ermöglicht eine dynamische Missionskoordination, die Zuteilung von Ressourcen, die gleichzeitige Steuerung von Sensoren und Effektoren sowie eine synchronisierte Ausführung komplexer Einsatzszenarien. Es basiert auf einer geschichteten, modularen Architektur, die sich aus den Ebenen „Sensorik und Detektion“, „Fusion und Entscheidungsfindung“ sowie „Reaktion und Missionsausführung“ zusammensetzt. Diese Struktur gewährleistet eine nahtlose Integration verschiedenster Sensoren, externer Führungs- und Leitsysteme, unbemannter Plattformen sowie präzisionsgelenkter Effektoren innerhalb eines einzigen, einheitlichen Frameworks.
Kontinuierliche Analyse des gesamten Gefechtsraums
Die Sensorebene unterstützt die Datenerfassung und -verarbeitung aus multiplen Quellen – darunter elektrooptische/infrarote (EO/IR) Nutzlasten, unbemannte Luftfahrzeuge (UAVs), Radarsysteme, HF-Detektoren, luftgestützte Plattformen sowie externe Aufklärungsquellen. Die Ebene für Fusion und Entscheidungsfindung übernimmt die Zusammenführung von Daten aus verschiedenen Quellen, die Verifikation von Bedrohungen, deren Klassifizierung, Verhaltensanalysen, die Erkennung von Anomalien sowie eine KI-gestützte Entscheidungsunterstützung, um in Echtzeit ein einheitliches Lagebild zu erstellen.
Das System analysiert kontinuierlich den gesamten Gefechtsraum, identifiziert und priorisiert Bedrohungen, die über den unmittelbaren Missionsauftrag hinausgehen, und empfiehlt die jeweils geeignetste Reaktionsmaßnahme – abgestimmt auf die Zielmerkmale und Einsatzprioritäten. Dies ermöglicht es den Bedienern, ihren Fokus auf die übergeordnete Missionsführung zu richten, anstatt sich mit der Einzelsteuerung spezifischer Plattformen befassen zu müssen.
Die Reaktionsebene steuert den koordinierten Einsatz sowie die dynamische Zuweisung der Systeme Hero, Viper und Peregrine – basierend auf Zieltyp, Einsatzpriorität und Gefechtsbedingungen –, wobei die menschliche Aufsicht während des gesamten Bekämpfungsprozesses gewahrt bleibt. Durch die Verknüpfung von Sensorik, Detektion, Entscheidungsfindung und dem Einsatz von Loitering Munition zu einer durchgängigen operativen Kette ermöglicht Cortex eine schnellere und präzisere Bekämpfung aufkommender Bedrohungen.
Uvision will mehrere Ebenen in einem System verknüpfen
Seine offene Architektur erlaubt die rasche Integration externer C2-Systeme, Gefechtsfeldmanagement-Plattformen und Sensoren von Drittanbietern; dies versetzt militärische Kräfte in die Lage, ein gemeinsames operatives Lagebild über mehrere Einheiten, Systeme und Domänen hinweg zu etablieren. Indem Cortex die Bediener von der direkten Steuerung der Frontplattformen hin zu einer Überwachung auf Missionsebene aus sicherer Distanz (Stand-off) verlagert, steigert das System die Überlebensfähigkeit und verbessert zugleich die Kontinuität der Einsatzführung, die Koordination sowie die Reaktionsfähigkeit in hochdynamischen Gefechtsumgebungen.
„Das Gefechtsfeld der Zukunft wird durch Geschwindigkeit, Skalierbarkeit und Vernetzung über mehrere Domänen hinweg definiert sein“, erklärte Dr. Ran Gozali, CEO von Uvision Air. „Da militärische Kräfte zunehmend autonome Systeme, Sensoren und Effektoren einsetzen, wird die Fähigkeit, Führung, Steuerung und Missionsausführung über komplexe operative Umgebungen hinweg zu vereinheitlichen und zu standardisieren, zu einem erfolgskritischen Faktor. Cortex wurde konzipiert, um diese Ebenen miteinander zu verknüpfen und operative Aufklärung, Führungssysteme sowie diverse Effektoren in einem skalierbaren, softwaregestützten Ökosystem zu integrieren.“
Redaktion/AF












