Nach dem Abschuss eines amerikanischen Kampfhubschraubers vom Typ AH-64 Apache haben die USA und der Iran in der letzten Nacht erneut Angriffe ausgetauscht. Der Hubschrauber patrouillierte laut dem US-Zentralkommando (CENTCOM) gegen 03:30 Uhr Ortszeit vor der Küste des Oman über dem Persischen Golf, als er nach iranischen Angaben die Warnung von Schnellbooten der Revolutionsgarde ignorierte und unter Feuer genommen wurde. Die beiden Besatzungsmitglieder wurden innerhalb von zwei Stunden durch ein unbemanntes Boot der U.S. Navy vom Typ Corsair gefunden und gerettet.
Nachdem der amerikanische Präsident Donald Trump in einem ersten Interview mit dem Wall Street Journal den Vorfall noch heruntergespielt hatte, wurde er laut der Zeitung später von Verteidigungsminister Pete Hegseth und dem Vorsitzenden der Vereinten Stabschefs, General Dan Caine, von der Notwendigkeit eines Vergeltungsschlags überzeugt. Diesen kündigte er über Social Media an, was als Vorwarnung an die iranische Seite interpretiert wurde, um die laufenden Verhandlungen zwischen beiden Seiten während des offiziell geltenden Waffenstillstands am Golf nicht zu gefährden.
Bemerkenswerte Rettung der Apache-Besatzung
Ab 17:00 Uhr Ortszeit flogen die USA in mindestens drei Wellen Angriffe zur „Selbstverteidigung“ auf Ziele im Iran, nach eigenen Angaben gegen Flugabwehr- und Radarstellungen. Der Iran reagierte mit Raketen- und Drohnenschlägen gegen das Hauptquartier der 5. US-Flotte in Bahrain sowie Stützpunkte der U.S. Army in Jordanien und Kuwait. Über Schäden wurde zunächst nichts bekannt. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi erklärte, die Streitkräfte des Landes würden keinen Angriff und keine Bedrohung unbeantwortet lassen und forderte die USA zum Rückzug aus der Region auf.
Bemerkenswert an dem auslösenden Vorfall ist vor allem die Rettung der Apache-Besatzung durch ein unbemanntes Boot der Task Force 59, die 2021 von der U.S. Navy speziell für den Einsatz solcher Systeme aufgestellt wurde. Bei dem von Saronic Technologies hergestellten Corsair handelt es sich nach Firmenangaben um ein 24 Fuß (7,32 Meter) langes Fahrzeug mit einer Zuladung von bis zu 454 Kilogramm, einer Geschwindigkeit von über 35 Knoten (65 km/h) und einer Reichweite von über 1.000 Seemeilen (1.852 Kilometer).
Stefan Axel Boes












