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Der deutsch-französische Rüstungskonzern Thales hat jüngst ein neues Mitglied seiner Nachtsichtbrillenfamilie vorgestellt. Der Tradition folgend den Restlichtverstärkerbrillen weibliche Namen zu geben, folgt auf LUCIE I und II sowie BONIE – in der Bundeswehr u.a. im Rahmen des Infanterist der Zukunft Programms (LUCIE) bzw. als Kraftfahrerbrille (BONIE) beschafft – nun NELLIE.

Obwohl bis vor kurzem noch keine Details der NELLIE öffentlich bekannt waren, befindet sich die Brille Thales zufolge bereits im Kundeneinsatz. Auch wenn nicht offiziell bestätigt, wäre der Einsatz traditionell bei den französischen Spezialkräften zu vermuten.

Zum Vergleich: Verglichen mit dem Sichtfeld von 40 Grad, vergrößert sich das Sichtfeld bei einer 47-Grad-Abdeckung um 43 Prozent (Grafik: Thales)

Beim Design der neuen binokularen Brille wurde nach Angaben des Unternehmens besonderer Wert auf Kompaktheit, Ergonomie und ein geringes Gesamtgewicht gelegt. Die mit zwei 18-mm-Röhren betriebene Brille ermöglicht ein stereoskopisches Sehen; das Sehfeld beträgt 47 Grad. Die Betriebsdauer der NELLIE beträgt bei 20°C mit einer AA 1.5 V/3.6 V Batterie 24 Stunden. Trotz gesteigerter optischer Leistung (47° Sehfeld ohne Einbußen bei der Auflösung) wiegt NELLIE samt integriertem IR-Strahler und Dioptrienverstellung weniger als 460 g und wird dabei mit einer einzigen 1,5-V- oder 3,6-V-AA-Batterie betrieben. Damit ist es möglich, die ergonomische Belastung des Soldaten / der Soldatin, die stark vom Brillengewicht sowie dem Abstand von der Brille zum Nacken bestimmt wird, signifikant zu verringern.

Die neue Nachtsichtbrille verfügt über eine seitliche Aufklappvorrichtung mit indexierter Position und Standby/Abschalt-Funktion, die es dem Bediener ermöglicht, sie nach dem Zurückklappen sofort wieder einzusetzen.

Seitlicher Aufklappmechanismus der NELLIE (Foto: Thales)

Waldemar Geiger