Print Friendly, PDF & Email

Die staatlichen russischen Holding Rostec stellte mit der PKM 75 unlängst eine neue Handwaffenoptik mit Leuchtpunktvisier vor. Für die Entwicklung zeichnet sich wiedermal das Zentrale Wissenschaftliche Forschungsinstitut für Präzisionsmaschinenbau (TsNIITochMash) verantwortlich. Dem Fachpublikum soll die neue Leuchtpunktoptik Ende August im Rahmen des siebten internationalen Militärtechnik Forum in Kubinka genauer vorgestellt werden.

Das im westrussischen Klimowsk gelegene, 1944 gegründete Zentrale Forschungsinstitut für Feingerätetechnik TsNIITochMash, welches zur staatlichen russischen Holding Rostec gehört, entwickelt sich zunehmend zum Allrounder im Bereich der russischen Rüstungsinnovationen. Mit dem PKM 75 wurde nun eine Optik aus russischer Produktion entwickelt.

Laut Herstellerangaben besitzt die Optik eine Leuchtdauer von 50.000 Stunden, damit ist eine theoretische Nutzung im Dauerbetrieb von über fünf Jahren möglich. Erreicht wird diese Leistung neben einer offenkundigen Weiterentwicklung der elektronischen Fähigkeiten der russischen Industrie durch die Nutzung einer Lithiumbatterie.

Auch in puncto Absehen ist das PKM 75 eine Steigerung. So ist der Leuchtpunkt mit der Größe von einer Winkelminute in Relation zu anderen Produkten russischer Provinzen überaus fein ausgeführt und bedeutet im Einsatz eine Zielabdeckung von gerade einmal 3 cm im Durchmesser auf 100 m Entfernung.

Mit dem PKM 75 steht somit für moderne russische Waffen wie dem AK12/15 Sturmgewehr oder auch der RPK-16 zum ersten Mal eine auf den ersten Blick modern anmutende Optik zur Verfügung, welche auch bei widrigen klimatischen Bedingungen und Temperaturen von -50 bis +60 Grad seinen Dienst versehen kann. Bauartbedingt wird das PKM 75 jedoch zwangsläufig eine hohe Visierlinie generieren, da das Batteriefach unter dem Tubus angeordnet ist.  Ein weiterer wichtiger Umstand ist die Kompatibilität mit den querschnittlich eingeführten Nachtsehgeräten, welche durch eine Verstellbare Helligkeit des Leuchtpunktes erreicht wird.

Es sei abschließend angemerkt, dass Rostec sich bemüht die Fähigkeiten der PKM 75 Optik als geradezu einzigartig und westlichen Modellen überlegen darzustellen. Dies ist umso verwunderlicher, da die aktuell Herstellerseitig kommunizierten Parameter bereits seit Jahren zum Standardrepertoire zahlreicher Optik Hersteller gehören und zuweilen in deutlich kleineren Systemen abgebildet werden können. Die Marketingabteilung von Rostec bemühte sich offenkundig zudem um ein Image, dass Stabilität und hohe Belastbarkeit suggeriert. So wurde die Pressemitteilung der PKM 75 von einem Bild begleitet, auf dem die Optik auf einem Scharfschützensystem 6S8 (KSWK Gewehr) im Kaliber 12,7 mm x 108 montiert wurde.

Kristóf Nagy