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Für die Prototypenphase des neuen Aufklärungsfahrzeugs (Advanced Reconnaissance Vehicle, ARV) für das U.S. Marine Corps haben die Marines nach Auswertung der Angebote die Vorschläge von Textron und General Dynamics Land Systems (GDLS) ausgewählt.

Die Verträge für die Engineering and Manufacturing Development (EMD) Phase, die mit der Ablieferung je eines Prototypen abschließt, soll vom Army Contracting Command in Zusammenarbeit mit dem National Advanced Mobility Consortium mit den ausgewählten Unternehmen geschlossen werden.

Während Textron seinen Kandidaten Cottonmouth (siehe Titelbild) für das Vorhaben öffentlich vorgestellt hat, S&T berichtete, hat sich GDLS mit Einzelheiten bedeckt gehalten. Lediglich die Verwendung von UAS von Aerovironment wurde bekannt.

Mit dem ARV soll das 1980 eingeführte Light Armoured Vehicle (LAV) mit einer neuen Fahrzeugfamilie abgelöst werden. Die erste Variante ARV C4/UAS wird jetzt entwickelt. Die Bezeichnung weist auf die Schwerpunkte der Ausrüstung. Das Fahrzeug wird über eine Mischung aus Aufklärungs-, Überwachungs-, Zielerfassungs- und Rechner-Systemen verfügen, mit denen die Lage in der Umgebung erfasst und ausgewertet werden und die Ergebnisse auf dem Kommandoweg verteilt werden können. Zur Ausstattung gehören angebundene als freifliegende unbemannte Fluggeräte. „Diese Systeme werden die ARV in die Lage versetzen, als bemannte Drehscheibe eines bemannten/unbemannten Teams zu dienen und mobile Aufklärungsfähigkeiten der nächsten Generation zu liefern,“ schreibt dazu das U.S. Marine Corps.

GDLS hat nur wenige Einzelheiten zu seinem ARV Konzept bekanntgegeben, darunter die Verwendung von UAS des Herstellers Aerovironment. (Graphik: Aerovironment)

Am Ende des EMD-Vertrags sollen im 4. Quartal 2022 die beiden Prototypen abgeliefert werden. Anschließend will das Corps über sechs Monate die Fahrzeuge testen. 2023 soll eine Entscheidung über das weitere Vorgehen getroffen werden. Dabei wird das Ergebnis einer Studie einbezogen, in der untersucht wird, ob das Amphibious Combat Vehicle (ACV) in ein ARV umgewandelt werden kann. Das ARV – eine Gemeinschaftsproduktion von BAE Systems und Iveco – wird derzeit produziert und ist seit 2020 mit ersten Exemplaren in der Truppe eingeführt.

Der angemeldete Bedarf für das ARV sind rund 500 Fahrzeuge und soll in einem Bauprogramm über fünf Jahre gedeckt werden. Die Kosten werden auf mehr als 1,5 Milliarden Euro geschätzt.

Gerhard Heiming