Auf der diesjährigen Herzliya-Konferenz an der israelischen Reichman-Universität plädierte der Generaldirektor des israelischen Verteidigungsministeriums, Generalmajor a. D. Amir Baram, am 1. Juli für einen gezielten Ausbau der Streitkräfte, ein breiteres Bündnis, das von Indien über die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) bis hin zu Griechenland und Zypern reicht, sowie für eine neue Sicherheitsvereinbarung (MOU) zwischen den USA und Israel, die auf konkreten Interessen und gemeinsamen Werten basiert.
„Der Krieg hat allen Akteuren in der Region vor Augen geführt, welchen Preis der militärische Aufrüstungsprozess des Iran fordert. Er hat ein gemeinsames Interesse daran geweckt, ein breiteres Bündnis zu schmieden – von Indien über die VAE bis hin zu Griechenland und Zypern“, so Baram. Er warnte: „Die Abkommen, die sich derzeit weltweit abzeichnen und Hunderte Milliarden Dollar in den Iran lenken könnten, könnten dessen militärische Aufrüstung drastisch beschleunigen.“ Angesichts dieser Gefahr müsse sich der Staat Israel durch einen gezielten Ausbau seiner Streitkräfte wappnen und eine neue regionale Architektur vorantreiben.
Unterschiedliche Interessen Israels und der USA
Im Hinblick auf die Partnerschaft mit den USA und die derzeit ausgehandelte Sicherheitsvereinbarung ging Baram auf die Kritik im Inland am Vorgehen Washingtons ein: „Wir können es uns nicht leisten, die aktuelle amerikanische Politik durch eine provinzielle Brille zu betrachten. Was manche in Israel als Schwäche oder Torheit wahrnehmen – als scheinbare Missachtung aller Warnsignale vor Ort –, wird in Washington als kaltes, kalkuliertes und realistisches Risikomanagement in einer Zeit veränderter globaler Aufmerksamkeit gesehen.“
Der Unterschied zwischen beiden Seiten liege nicht in der Einschätzung der Bedrohung, sondern in den Prioritäten: „Für uns stellt der Iran eine existenzielle Bedrohung dar. Für die Vereinigten Staaten ist er eine chronische regionale Herausforderung, während China und der indopazifische Raum im Mittelpunkt des Interesses stehen. Aus Sicht des Pentagons – angesichts der Tatsache, dass die amerikanischen Munitionsbestände sowohl für die Unterstützung laufender Kriege als auch für die Vorbereitung auf eine mögliche Konfrontation in der Taiwanstraße benötigt werden – steht ein langwieriger Krieg im Nahen Osten im Widerspruch zur globalen strategischen Ausrichtung Amerikas.“
Israelische Stärken plus Finanzkraft der Golfstaaten
Barsam weiter: „Angesichts meiner tiefen Vertrautheit mit den unterschiedlichen Ansichten innerhalb des amerikanischen Systems weiß ich: Wenn es eine Sache gibt, die die Amerikaner mehr hassen als diesen sich für sie in die Länge ziehenden Krieg, dann ist es der Verlust eines bereits gewonnenen Feldzugs. Da die Vereinigten Staaten ohnehin dem Prinzip ‚America First‘ folgen, darf unsere Partnerschaft nicht allein auf gemeinsamen Werten beruhen. Sie muss auch auf handfesten Interessen fußen: Ein starkes, unabhängiges und proaktives Israel, das den Nahen Osten stabilisiert, ist genau jener Aktivposten, der es den USA ermöglicht, Ressourcen nach Asien umzulenken.
„Israels Stärken in den Bereichen Technologie, nachgewiesene operative Erfahrung und Verteidigungsinnovationen könnten in Verbindung mit der Finanzkraft der Golfstaaten eine neue sicherheits- und wirtschaftspolitische Front ermöglichen. „Der Ausbau unserer strategischen Partnerschaften ist kein Ersatz für unsere Partnerschaft mit den USA. Er wird es Israel jedoch gestatten, seinen Handlungsspielraum und sein Ansehen auf der internationalen Bühne zu erweitern sowie unsere strategische Basis zu diversifizieren“, erklärte Baram.
Zur Beschleunigung der Produktion von Abfangraketen äußerte er sich wie folgt: „Im vergangenen Jahr sah ich mich als Generaldirektor gezwungen, das gesamte Spektrum an Notstandsbefugnissen auszuschöpfen. Wir sind Engpässe direkt angegangen, haben kritische Rohstoffbeschaffungen über Kontinente hinweg organisiert, Exportverträge zur Erweiterung der heimischen Produktionslinien unterzeichnet und gezielt Arbeitskräfte für die beteiligten Industriezweige rekrutiert. Dank dieser unmittelbar ergriffenen Notfallmaßnahmen verfügt Israel heute über einen Bestand, der selbst während der laufenden Kämpfe weiter wächst – doch die Arbeit ist noch nicht abgeschlossen.“
Redaktion/AF







![IDF bestellen Tausende weiterer leichter Maschinengewehre vom Typ Negev UX 7 Ein Vorrat an Negev UX LMGs, bereit zur Auslieferung. [IWI]](/wp-content/uploads/2025/07/Lots-of-Negevs-IWI-485x360.jpg)



