In einer gemeinsamen Anstrengung, neue Technologien an die Truppe zu liefern und Testverfahren zu modernisieren, organisierten das U.S. Army Aberdeen Test Center (ATC) und das DEVCOM Ground Vehicle Systems Center (GVSC) gemeinsam mit dem Capability Program Executive (Combat Sustainment & Ground), dem Futures and Concepts Command sowie dem Transformation Decision Analysis Center Anfang Mai 2026 einen Gipfel zur Zuverlässigkeit von Bodenfahrzeugen.
Die Veranstaltung brachte Führungskräfte der Army, Fachexperten und weitere Beteiligte zusammen, um zentrale Herausforderungen bei der Beschleunigung von Beschaffung und Einführung von Bodenfahrzeugen zu erörtern. Während die U.S. Army die bedeutendste Transformation seit Jahrzehnten durchläuft, ist der Bedarf, den Einsatzkräften Fähigkeiten in einem für die Einsatzrelevanz entscheidenden Tempo bereitzustellen, so groß wie nie zuvor. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, konzentrierte sich der Gipfel darauf, traditionelle zeitintensive „Test-Silos“ aufzubrechen und durch agile, datengestützte Strategien zu ersetzen.
Umdenken bei Army und Testzentren erforderlich
„Eine Strategie für Lebenszyklusdaten ist das fehlende Bindeglied, um die Einführung zu beschleunigen und gleichzeitig die Systemzuverlässigkeit zu steigern. Der Einsatz von Modellierung und Simulation sowie die Datenerfassung und -analyse nach der Einführung müssen die herkömmlichen Tests zu Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und Instandhaltbarkeit (Reliability Availability and Maintainability; RAM) ablösen, um Systemdesigns und Unterstützungsstrategien im Laufe der Zeit iterativ zu verbessern“, erklärte Ken Fischer, Leiter der Abteilung RAM & Test am GVSC.
Die beschleunigte Bereitstellung zuverlässiger Ausrüstung für die Soldaten erfordert von der U.S. Army und den Testzentren ein grundlegendes Umdenken bei der Risikobewertung und der Durchführung von Tests. „Die Arbeit dieser Gruppe bietet eine hervorragende Gelegenheit, die Einführung zu beschleunigen, Risiken zu minimieren und die Ziele des Department of the Army sowie des Department of War optimal zu erreichen“, sagte Dr. David Mortin vom Transformation Decision Analysis Center.
Vier Arbeitsgruppen
Während der zweitägigen Veranstaltung bildeten die Teilnehmer Arbeitsgruppen, um vier wesentliche Schwerpunkte zu bearbeiten, die für die Beschleunigung der Beschaffung entscheidend sind:
- Integration von Modellierung und Simulation (M&S): Beschleunigung des Beschaffungszeitplans durch Einbindung fortschrittlicher digitaler Entwicklungsmethoden und simulierter Tests über den gesamten Lebenszyklus hinweg, um die Abhängigkeit von zeitaufwendigen und kostspieligen Realtests (Live-Tests) erheblich zu verringern.
- Entwicklung risikobasierter Teststrategien: Anpassung der Testpläne mit Fokus auf risikoreiche Komponenten und einsatzrelevante Realitäten, abgestimmt auf die Beschaffungsstrategie des jeweiligen Programms, anstatt sich auf starre, veraltete Standard-Checklisten zu verlassen.
- Etablierung von Plänen zur kontinuierlichen Steigerung der Zuverlässigkeit (Reliability Growth): Sicherstellung, dass sich die Systeme sowohl während der Entwicklungstests als auch weit über die Einführung in den operativen Dienst hinaus kontinuierlich verbessern.
- Optimierung des FRACAS-Prozesses: Ausweitung des Verfahrens zur Fehlererfassung, -analyse und -behebung auf alle Phasen des Lebenszyklus, um eine bessere Datenintegration zu gewährleisten und Korrekturmaßnahmen bei Systemausfällen – auch über die Testphase hinaus – zu beschleunigen.
Meilensteine für Fortschrittsberichte
Zum Abschluss der Veranstaltung hatte jede Arbeitsgruppe eine verantwortliche Führungskraft für ihren jeweiligen Schwerpunktbereich benannt, integrierte Lösungsansätze erarbeitet und konkrete weitere Schritte festgelegt. Über deren Fortschritt soll an Meilensteinen nach drei, sechs und zwölf Monaten im Anschluss an den Gipfel berichtet werden.
„Der Gipfel brachte Experten aus dem gesamten Beschaffungsprozess zusammen. Er bot uns die Gelegenheit, gemeinsam Lösungen zu entwickeln, um Innovationen voranzutreiben, die Zuverlässigkeit zu steigern und gleichzeitig die Bereitstellung von Systemen für unsere Soldaten zu beschleunigen“, erklärte John Whitt von der Abteilung für Modellierung, Simulation und Softwaretests (Modeling, Simulation and Software Test Division) am U.S. Army Aberdeen Test Center.
Redaktion/AF











