StartMobilitätVerteidigungsministerin knüpft das 2. Los Puma an Bedingungen

Verteidigungsministerin knüpft das 2. Los Puma an Bedingungen

Lars Hoffmann

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Nach dem Totalausfall von 18 Schützenpanzern Puma einer für die VJTF 2023 vorgesehenen Panzerkompanie während der Ausbildung im Schießübungszentrum des Heeres in Bergen in der vergangenen Woche, erfolgt seit Freitag eine umfangreiche Bestandsaufnahme und Fehleranalyse. Ziel sei es, die

Einsatzbereitschaft des Schützenpanzers so schnell wie möglich wiederherzustellen, schreibt das Verteidigungsministerium in einer aktuellen Mitteilung. Verteidigungsministerin Christine Lambrecht bezeichnete die neuerlichen Ausfälle des Schützenpanzers Puma als herben Rückschlag. „Ich habe bis Ende nächster Woche eine Analyse durch beteiligte Stellen des BMVg und der Bundeswehr, der Heeresinstandsetzungslogistik GmbH sowie der Industrie beauftragt“, so die Ministerin. Und weiter: „Das Projekt Puma steht an einer entscheidenden Wegmarke und das habe ich allen Beteiligten unmissverständlich klar gemacht. Bevor sich das Fahrzeug nicht als stabil erweist, wird es kein 2. Los geben.“

Die Kritik aus dem Parlament sei vollkommen berechtigt, betonte die Ministerin. „Unsere Truppe muss sich darauf verlassen können, dass Waffensysteme auch im Gefecht robust und standfest sind.“

Der deutsche Beitrag für die NATO-Speerspitze im Rahmen der VJTF 2023 bleibt nach Angaben des Ministeriums von diesen „technischen Herausforderungen“ aber unberührt. Im Zuge der Einsatzvorbereitung seien bereits Kampfeinheiten der Panzergrenadiere mit dem Schützenpanzer Marder ausgebildet worden, die nun die Puma-Einheiten ersetzen sollen. Eigentlich sollten die Pumas ab dem 1. Januar kommenden Jahres einen Kernbestandteil der VJTF bilden. Die vom Ausfall betroffenen Panzer befinden sich aktuell auf dem Rücktransport nach Bayern.

Über den Vorfall in Bergen hatte am Samstag zuerst der Spiegel berichtet und dabei aus einer Mail des Kommandeurs der 10. Panzerdivision, Generalmajor Ruprecht von Butler, an den Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Alfons Mais, zitiert. Daraus geht hervor, dass die Einsatzbereitschaft der 18 Schützenpanzer nach mehreren Einsatztage auf 0 gesunken ist, was in erster Linie auf Probleme mit der Elektronik, aber auch einen Kabelbrand zurückgeführt wird.

Bei den Schützenpanzern handelt es sich eine für die VJTF nachgerüstete Variante, die eigentlich bereits als „gefechtstauglich“ zertifiziert worden ist. Erst vor wenigen Tagen wurden die Mittel für die Nachrüstung der noch nicht modernisierten Pumas des Heeres auf den VJTF-Standard freigegeben. Überdies sollte im kommenden Jahr das 2. Los Puma in Umfang von 50 Fahrzeugen in Auftrag gegeben werden. Ob es jedoch dazu kommt, scheint im Augenblick ungewiss.

Lars Hoffmann