StartBewaffnungIsrael Aerospace Industries – US-Streitkräfte finanzieren Entwicklung neuartiger Loitering Munition

Israel Aerospace Industries – US-Streitkräfte finanzieren Entwicklung neuartiger Loitering Munition

Kristóf Nagy

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Der israelische Rüstungskonzern Israel Aerospace Industries (IAI) entwickelt eine neue leichte und kompakte Loitering Munition auf Basis der Point Blank. Dies gab das Unternehmen in einer Pressemitteilung bekannt. Die Finanzierung des mehrjährigen Entwicklungsvorhabens erfolgt durch das US-Verteidigungsministerium.

IAI ist ein breit aufgestellter Mischkonzern mit einer bis in die 1980er Jahre zurückreichenden Erfahrung im Bereich von unbemannten Flugsystemen. Aktuell fertig der Hersteller unter anderem die Drohnenfamilie vom Typ Heron, welche unter anderem auch von der Bundeswehr genutzt wird. Mit dem Point Blank Projekt beabsichtigt der Konzern eigenen Angaben zufolge eine kompakte, auch von einem Soldaten abgesessen mitführbare Loitering Munition zu entwickeln, mit welcher selbst Einheiten auf unterster taktischer Ebene ausgestattet werden können. Hierdurch soll eine leicht zu integrierende und organische Steigerung der Feuerkraft und Aufklärungsfähigkeit unterschiedlichster Verbände möglich werden.

Laut IAI wird das Wirkmittel senkrecht aus der Hand des Bedieners gestartet und kann auch so wieder geborgen werden. Die für das Irregular Warfare Technical Support Directorate (IWTSD) des US-Verteidigungsministeriums erfolgende Entwicklung basiert auf der Point Blank und hat vorerst die Programmbezeichnung ROC-X. Die Abmessungen und Gewicht der Loitering Munition gibt der Hersteller mit knapp 1 m Länge und etwa 6,8 kg an. Als Höchstgeschwindigkeit soll bis zu 185 km/h betragen, zudem soll eine maximale Flughöhe von über 485 m möglich sein. Auf die optronische Ausstattung, die vermeintliche Integration von künstlicher Intelligenz (KI) oder den Gefechtskopf ging der Hersteller nicht genauer ein.

Die IAI Point Blank Loitering Munition ist im Vergleich zu der Switchblade 300 etwa 40 Prozent schwerer, doppelt so lang, aber auch deutlich schneller. Zudem ist die Neuentwicklung von IAI dank der Auslegung der Motoren an den X-förmig angeordneten Flügeln auch schwebefähig und erlaubt somit eine von Multicopterd-Drohnen bekannte gute und statische Beobachtungsmöglichkeit. Indessen soll die Ausbildung von Bedienungspersonal und der Zulauf erster Vorserienmodelle bereits im Jahr 2023 erfolgen und im Rahmen einer Erprobung seitens der US-Streitkräfte bewertet werden.

Kristóf Nagy