StartStreitkräfteRoyal Marines steigen bei Schattenflotten-Bekämpfung ein

Royal Marines steigen bei Schattenflotten-Bekämpfung ein

Erstmals hat auch Großbritannien einen mutmaßlichen Tanker der russischen Schattenflotte aufgebracht. Royal Marine Commandos und Beamte der National Crime Agency (NCA) enterten am frühen Sonntagmorgen im Ärmelkanal die unter der Flagge Kameruns fahrende Smyrtos von Hubschraubern aus. Dabei wurden die Marines von der Fregatte HMS Sutherland, dem Minenjagdboot HMS Ledbury und einem Seefernaufklärer P-8 Poseidon der Royal Air Force unterstützt.

Auf vom britischen Verteidigungsministerium veröffentlichten Aufnahmen ist zu sehen, wie die Kräfte per Fastroping von Hubschraubern des Typs Merlin an Bord gehen. Während der sechsstündigen Operation wurde laut offiziellen Angaben ein 38-jähriger indischer Staatsbürger unter dem Verdacht des Verstoßes gegen Sanktionen festgenommen. 24 weitere indische und georgische Besatzungsmitglieder kooperierten demnach mit der Untersuchung.

Erster Entereinsatz für Royal Marines

Das Schiff wurde laut Internet-Fachportalen 2009 als Myrtos unter griechischer Flagge in Dienst gestellt und 2016 nach Malta umgeflaggt. Seit 2025 stand es unter Sanktionen der EU, Großbritanniens, Kanadas, der Schweiz und der Ukraine, erhielt seinen jetzigen Namen und fuhr unter den Flaggen Panamas und Gambias. Aktuell kam es aus dem russischen Hafen Ust-Luga. Bislang hatten vor allem die USA und Frankreich, aber auch Finnland und Schweden wiederholt Schiffe der mit Russland sowie dem Iran verbundenen Schattenflotten wegen Sanktionsverstößen aufgebracht.

Im März hatte auch die britische Regierung angekündigt, solche Maßnahmen ergreifen zu wollen. Dies geschah allerdings bislang nicht, möglicherweise zum Teil aufgrund von Eskorten für verdächtige Schiffe durch die russische Marine. Die Regierung von Premierminister Keith Starmer konnte eine Erfolgsmeldung wohl auch deshalb gebrauchen, weil in der vergangenen Woche der bisherige Verteidigungsminister John Healey im Streit um unzureichende Verteidigungsausgaben zurückgetreten war.

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Stefan Axel Boes